Kolumbien – Villa de Leyva, Bogota 4.-7.11. – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Kolumbien – Villa de Leyva, Bogota 4.-7.11.

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von schoenen und scheusslichen Staedten…

4.11.2018 Sonntag/ Reisetag 15, Villa de Leyva

Wir lassen uns an diesem wunderschoenen Morgen etwas Zeit bis zum Aufbruch nach Villa de Leyva. Es sind eigentlich nur 140 km. Die Bergstrassen winden sich mal bergauf, mal bergab und es laesst sich entspannt fahren, da der Verkehr heute am Sonntag doch eher maessig ist. Ueberall in den Doerfern bereitet sind bereits Feuer am brennen und die riesiegen Spiesse mit Grillfleisch schmoren schon. Irgendwann bemerken wir, dass das Navi uns abbiegen lassen will, aber wir merken schnell, dass es wieder die kuezeste Route war mit Nebenstrecken, die wir unbedingt vermeiden wollen. So dauert das eh schon langsame Bergfahren noch ein wenig laenger, aber wir sind soeben einen 2600m hohen Pass gefahren und es hat begonnen zu Regnen. Die Strasse wird schlechter und wir muessen jede Weile vor heftigen Schlagloechern ausweichen. Jetzt stelle ich mir die Nebenstrecke ohne Aspahlt vor…lieber nicht.

Am Ende wartet noch einmal eine Herausforderung, wir finden die angegebene Adresse vom Hostel mit Campingstellplatz nicht. Einmal ist unser Navi nicht genau genug, dann habe ich mit einer anderen Karte die Strasse gefunden, aber ich fnde die Einfahrt nicht, und ich will nicht in irgendeine steile Schotterstrasse einbiegen, bei der ich nicht sicher bin, ob ich da richtig bin. Also geht Susi voraus und checkt die Lage.Sie kommt nach einer Weile mit einem Mitarbeiter vom Hostel wieder und wir muessen tatsaechlich die Einfahrt nehmen, von der wir zuvor gemeint haetten, dass es das ja wohl nicht sein kann. Erst einmal steht ein Moped quer auf dem Weg, aber der Besitzer ist schnell ausgemacht und macht den Weg frei. Es geht steil bergauf, ich versuche den Motor nicht abzuwuergen, auch wenn ich noch um eine Kuh herum ausweichen muss, die halb auf dem Weg steht. Dann fahre durch das Tor auf das Grundstueck und wir bekommen einen hervorragenden und ebenen Stellplatz vor dem Hostel.

5.11.2018 Montag/ Reisetag 16, Villa de Leyva,

Wir geniessen die warme Dusche, denn auf 2440m Hoehe ist es doch schon etwas frischer. Auch haben wir unsere dicken Decken heute Nacht erstmalig in Kolumbien benoetigt. Das Hostel Renacer ist eine Oase fuer die Sinne uns die Leute sind super freundlich. Ebenso haben wir Fruehstuck bestellt und lassen es uns gutgehen. Dann gehen wir wieder in die Stadt runter und erkunden die Gassen mit ihren Geschaeften und Restaurants. Alle Haueser sind weiss gtuencht und haben gruene Tueren, Fenster und Balkone. Alles ist restauriert und nur das grobe Kopfsteinpflaster erinnert uns daran, in einer historischen kleinen Stadt unterwegs zu sein. Auf der Plaza Major goennen wir uns in der „Dorfkneipe“ einen Cappuchino und geniessen das Geschehen um uns herum. In einem Reiseblog habe ich von einem netten Retaurant gelesen, dass wollen wir nun finden. Das stellt sich als schwierig heraus, da auch die „Einheimschen“ nicht wissen wo das ist. Aber dann finden wir es im Innenhof in Gemeinschaft mit 3 anderen Resaturants. Es gibt bereits mittags Livemusik und wir geniessen das beste Essen bisher in Kolumbien. Wieder auf der Plaza Major,  treffen wir auf Erika und Nikolas, die gerade angekommen sind.  Noch haben sie keinen Stellplatz und wir ueberreden sie auch ins Renacer zu kommen. Auch sie hatten kleinere Anfahrtschwierigkeiten, aber stehen dann direkt neben uns auf dem Platz. Wir verbingen einen gemeinsamen Nachmittag und einen wunderbaren Abend mit einem Glas Wein…im Restaurant „Antique“ unten in Villa de Leyva.

6.11.2018 Dienstag/ Reisetag 17, Bogota

 

Fruehstuck, Checkout und Wassertanken ist schnell erledigt und wir sind abreisebereit fuer Bogota. Erika und Nikolas unterschreiben noch auf unserem Ersatzrad und wir verabschieden uns…auf bald!

Auf dem Weg besuchen wir nach das Terracotta Haus, ein eigenwillig rund geformtes Haus mit allerlei Kunst drinnen und draussen.

Die Berglandschaft gleitet auf gut ausgebauten Strassen an uns vorbei, bei bestem Wetter. Von der Route her haben wir kleinere Nebenstrassen versucht zu vermeiden. Ein Pass ist bereits 3000m hoch, dennoch sieht die Landschaft eher wie in den Voralpen, da ueberall noch Baeume stehen und keine Felsen aufragen. Da wir so gut durchkommen sind wir Mittags bei der Salzkathedrale in Zipaquira. Was die Bergleute hier geschaffen haben ist wirklich beeindruckend. Alles ist sehr schummrig, nur die aus dem Salz gehauenen Kreuze und Skulpturen werden von Licht angestrahlt und verleihen der Szenerie eine besondere Stimmung. Erstmalig versuche ich diese mit Hilfe meines Stativs einzufangen, bin gespannt auf die Fotos!

Danach kommt uns die Idee, einen der Golfplaetze zwischen hier und Bogota anzufahren, dort zu uebernachten und dann morgen vormittag eine Runde zu drehen. Wir muessen erkennen, dass Golfspielen in Kolumbien wohl doch etwas anders funktioniert, als bei uns. Der erste Club ist nur fuer Mitglieder, wir kommen nicht mal durch die Schranke! Beim zweiten Club, ist niemand mehr im Clubhaus und wir beschliessen selbstaendig auf dem Parkplazt zu uebernachten. Der Wachmann scheucht uns aber kurz vor Einbruch der Dunkelkeit weg.

Also auf nach Bogota, mitten in die Innenstad, mal wieder im Dunkeln. Wir fahren auf einer 3Spurigen Einfallstrasse 15km ins Zentrum. Leider begegnet uns das Chaos auf weiten Strecken wieder. Wir fahren im Schrittempo, Mopeds ueberholen links und rechts, wechseln die Spuren…Ich denke, schlmmer als in Cartagena kann es nicht werden und halte stoisch meine Spur. Ca. 5km vor dem Parkplatz faellt das Navi aus, kein Saft mehr. Keine Chance ohne Navi hier irgendwas zu finden. Ich halte am Strassenrand und aktiviere Google Maps auf dem Handy, dann geht es weiter. Endlich finden wir den Parkplatz, der auch als 24h Pakplazt deklariert ist, aber der Parkwaechter schickt uns weg, uebernachten verboten. Neue Suche, noch eine Runde aber endlich finden wir einen Parkplatz, in den wir passen und der 24h geoeffnet hat…

 

7.11.2018 Dienstag/ Reisetag 18, Bogota

 

Gleich morgens gehen wir in das Goldmuseum nahe von unserem Parkplatz. Das ist gut aufgemacht und wirklich interessant, da nicht nur Exponate aus verschiedenen Epochen gezeigt werden, sondern auch die Geschichte der Metallverarbeitung von 500 vor Christus, bis ca 1500 gezeigt wird. Ich frage mich, ob man in Spanien und Portugal nicht noch groessere Museen herrichten koennte, bei der Menge an Gold, was als Beute nach Europa gekommen ist!

Danach schlendern wir bei bestem Wetter durch das Altsadviertel Candelaria, was wieder restauriert wurde und mehr im Reisefuehrer verspach, als es halten konnte. Naja, im direkten Vergleich zu Villa de Leyva ist das natuerlich auch schwer.

Am fruehen Nachmittag verlassen wir Bogota und kaempfen uns wieder durch den irrwitzgen Verkehr Richtung Westen. Wir wollen in Richtung Kaffeeregion weiterfahren. Die 3spurige Ausfallstrasse erreicht erst nach 17km an der Stadtgrenze und wir fahren fast alles im Schrittempo. Es stinkt von den 75% LKW um uns herum, dagegen ist die Feinstaubbelastung auf der Stresemannstrasse wie Kururlaub an der Nordsee! Ich stelle fest, dass ich abstumpfe und mir das Chaos nicht mehr so zusetzt. Susi sagt, wir werden Bogota nicht vermissen, als wir endlich freie Fahrt haben. Es geht wieder rauf in die Kordillieren und direkt ueber einen 3000m Pass. Da das alles immer noch 2spurig passiert, sind schleichende LKW auch kein Problem und wir kommen gut vorran. El Burrito meistert alles wunderbar und ich versuche bei der endlosen Abfahrt auf der Rueckseite die Bremsen etwas zu schonen, mittels Motorbremse. Wir finden ein Hotel an der Strecke, bei dem wir auf dem Parkplatz tehen duerfen und das WC benutzten duerfen, alles Dank der IOverlander App, in der andere Reisende Ihre Uebernachtungsplaetze posten.


5 thoughts on “Kolumbien – Villa de Leyva, Bogota 4.-7.11.”

  1. Gina und Jürgen sagt:

    Ihr Lieben,
    ich sitze hier bei November-Grau-Nieselregen und verfolge eure spannende Tour. Und stelle fest, wie wenig wir doch von Kolumbien wissen… Das geschilderte Verkehrschaos und die bemerkenswerten Straßenverhältnisse hätten mich schon ganz rappelig gemacht – Hut ab vor eurer Ruhe!
    Wir wünschen euch weiterhin eine tolle Reise!
    Gina und Jürgen

  2. Friedrich Schildt sagt:

    Danke für die bisherigen Reiseberichte. Ich bin bei Euch. So
    nehmen mich Eure Reiseberichte und Erlebnise immer wieder
    mit in neue Abenteuer und ich bin hin und weg. Paßt gut auf
    Euch auf und habt noch viele schöne Tage und Erlebnisse in
    dieser aufregenden Welt.
    Liebe Grüße von Renate und mir.

  3. Andreas Schmidt sagt:

    Moin Ihr Lieben,
    habe gerade die Berichte der letzten Tage gelesen und bin ganz begeistert von Eurer Schreiblust. Ganz prima, so nah dran zu sein an Euren Erlebnissen.
    Hier geht alles seinen Gang und der zunächst nicht enden wollende Sommer scheint nun doch vorbei zu sein. Und der HSV steht die zweite Woche in Folge auf Platz 1.
    Herzliche Grüße
    Andreas

  4. Binchen sagt:

    Einen wunderschoenen Guten Morgen,
    naja, bei uns ist ja schon Kaffeezeit 🙂 und die Martinsgans ist im Ofen.
    Wuenschen Euch einen schoenen, erlebnisreichen Sonntag
    Wir drücken Euch.. passt weiterhin gut auf Euch auf und schreibt fleissig weiter.
    Kuesschen

  5. Stefan Hansen sagt:

    Da scheint ja keine Langeweile aufzukommen. Interessant fand ich das Regal mit den leeren Weinflaschen in der Dorfkneipe. Ihr genießt offensichtlich die Zeit…😎😉

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