Kolumbien – Santa Marta 27.10.-31.10.18 – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Kolumbien – Santa Marta 27.10.-31.10.18

| Posted in Reisebericht

Karibisches Meer, Waerme und nette Bekanntschaften…

 

 

 

Wir verlassen unser Appartment und begleiten Rolf zu seinem Haus ausserhalb von Cartagena. Er hat Verwendung fuer das Holz der Trennwand und laed uns bei sich zum Mittagessnein. An einem Samstag sollte die Fahrt durch die Stadt eigentlich entspannter sein, aber es ist Markt an einer Stelle und der Verkehr ist einfach unbeschreiblich. Fuer die 22km benoetigen wir deutlich ueber eine Stunde. Er wohnt im Speckguertel im Gruenen und direkt neben einem Golfplatz. Es ist so heiss und schwuel, dass wir selbst beim Sitzen auf der Terasse aus allen Poren schwitzen.  Wir erhalten jeder ein riesige Stueck Filet Minon, perfekt gebraten und einfach nur koestlich. Rolf und seine Frau Clemenza sind die ersten, die auf unserem Reserverad unterschreiben, gedacht fuer liebenswerte Menschen, die uns auf unserer Reise begegnen.

Weil wir noch einige Dinge machen muessen verabschieden wir uns bald und fahren weiter zu der Farm von Graham, die sich ganz in der Naehe befindet. Weil wir nur in einer Richtung von Rolfs Grundtueck ausparken koennen fahren wir in der anderen Richtung weiter, die als Rundweg wieder auf die eigentliche Strasse fuert. Leider ist die nicht asphaltierte Weg von Regenguessen so ausgewaschen, dass wir ungewollt die ersten Offroad Erfahrung machen. Wieder auf der Strasse glaubten wir, dass es nun vorbei sei, aber 2 km vor der Farm von Graham wird die Strasse noch viel schlimmer und ich muss auch noch mit Gegenverkehr rechnen. Endlich haben wir es geschafft und werden am Tor von Grahams Mitarbeiter empfangen. Wie sind die einzign Gaeste und konnen uns auf der Areal einen schoenen Platz aussuchen. Die Farm liegt auf einem Berg mit Blick ins Tal, perfekt ausgerichtet mit der Terasse auf den sensationellem Blick. Hier lebt Graham, Englaender und seit 44 Jahren in Kolumbien. Das „Farming“ mit etlichen Tieren ist aber nur Hobby. Mit Schraubenzieher und Bohrmaschine hat er vor 44 Jahren versucht IKEA nachzumachen und hat nach 10 Jahren seine Moebelfabrik verkauft. Seit dem investiert er in Land und hilft Bauern ein beim Aufbau eine Farmberiebs ueberall in Kolumbien. Ein erfolgreicher Tausendsassa aber sehr sympatisch!

Es ist so heiss, dass wir nach wenigen Minuten des Hantierens voellig durchgschwitzt sind. Weiterhin werden wir von Sandfleigen attakiert die uns unangenehm beissen. Die Dusche kurz vor Sonnenuntergang ist eine Erleichterung, aber zurueck im Camper schwitzen wir einfaqch weiter. Keine Ahnung wie ich das aushalten soll. Nach ein paar Seiten Buch, fallen uns die Augen zu und wir gehen schlafen… Waehrend ich so schwitze, rechne ich noch kurz die Stunden bis Sonnenaufgang, es sind 10 und zweifle an meiner Leidensfaehigkeit. Die Sandfliegen sind so klein, dass sie auch durch die Fleigengitter kommen und uns jetzt auch noch beissen. Wir dachten ja dass alles besser ist, als der Laerm von der Srasse im Appartment, nun bekommen wir Zweifel.

Irgendwann schlafen wir dennoch ein und schlafen sogar ziemlich gut, bis uns der Hahn deutlich vor Sonnenaufgang weckt.

Mit der aufgehenden Sonne gehe ich wieder zur Dusche, nach dem Kaffee beginnen wir aber wieder zu schitzen. Wir versuchen unser Glueck in der Flucht. Gegen die Empfehlung vom Navi fahren wir in die andere Richtung, weil dort nach 100m die Strasse wieder asphaltiert ist. Wir vermeiden so die 2km schlechte Wegtrecke und tauschen gegen 5km noch viel schlechtere Wegstrecke, die am Ende der asphaltierten Strecke dann auf uns wartet. Tiefe Furchen vom Wasser, tiefe Wasserloecher und hohe Absaetze stellen das Auto und den Fahrer auf eine echte Probe. Im Schrittempo meistern wir alle Unwegbarkeiten. Auf dem Weg kommen wir durch kleine Doerfer, alle Augen drehen sich nach uns um, wie Aliens fuehlen wir uns. Alle Leute sind draussen, waschen ihre Autos oder Mopeds, oder sitzen in einer Bar mit lauter Musik. Es ist Sonntag, alle haben frei. Schockierend ist fuer uns der Anblick der Huetten und des Drecks, in dem die Menschen hier leben.

Zurueck auf der Hauptstrasse koenen wir El Burrito endlich rollen lassen und so ein paar Km gut machen. Ingesamt wollen wir heute 230 Km zurucklegen, Graham hat geschaezt, dass wir ca. 5 Stunden brauchen. Nachdem die erste Stunde fuer die ersten 5 Km draufgegangen ist, glauben wir das jetzt auch!

 

Das Zwischenziel Volkan de Totumo erreichen wir gegen 11 Uhr. Gerade ist Hochbetrieb beim Schlammvukan, die Leute sind mit Bussen angekarrt worden. Wir fragen wie lange wir warten muesen und schaetzen, dass die angeblichen 20 min nicht reichen werden. Dennoch machen wir mit, ziehen uns kuz die Badesachen an und klettern auf den Vulkan, an dessen Spitze sich ein Becken mit Schlamm befndet. Es aalen sich ca 20 Leute darin, wobei 4 Profis die Massage uebernehmen. Ich kann nicht glauben, dass wir das gerade tun. Den Autoschluesel und das Hany gebe ich einem Aufpaser, er macht ca 100 Fotos von uns!! Wiedererwarten ist das Schlammbad sehr angehm, die Massage macht es noch besser. Nach 10-15 Min geeht es runter und zum Waschplatz, wo uns Frauen beim Abwaschen des Schlamms behilflich sind.

Nachdem wir wieder trocken sind, will jeder sein Geld fuer de Dienstleistung haben. Ich habe keine Ahnung und gebe jedem 5000Pesos (1,8Euro). Eine wirklich interessante und amuesante Erfahrung. Wir lassen uns noch eine Kokusnuss anschlagen, damit wir den Saft mit Plastikhalm(!!!) trinken koennen. Wir fragen, ob wir auch das Fruchtfleish essen koennen, ja natuerlich bekommen wir als Antwort und der Junge Kolumbianer nimmt die Kokosnuss in eine Hand und schlaegt mit einer riesigen Machete volle Wucht drauf.  Die Machete dringt ca. bis zur Haelfte ein, dann dreht er die Nuss um und haut nochmal drauf. Die Nuss zerspringt in 2 Haelften, ohne dass er sich dabei die Hand abgehackt hat!!!

 

Die erste Strecke danach koennen wir tatsaechlich mal 80kmh fahren, die Strassen sind gut ausgebaut. Jede Ortschaft kuendigt sich mit Bodenwellen an, die uns wirklich zwingen im Schritttempo zu fahren. Und gleich sind wieder etliche Strassenverkauefer mit den unterschiedlichsten Waren zur Stelle. Huetten, Bars, Verkaufsstaende wechseln sich am Strassenrand ab. Hunderte Mopeds warten am Strassenrand auf Kundschaft oder schlaengeln sich rechts und links an uns vorbei. Ein Blick in die Seitenstrassen laesst uns ein um das andere Mal erschaudern. Elendsviertel mit notduerftig zusammengeschusterten Huetten, kein Strom, Kein Wassen keine Kanalisation! Draussen sind 33 Grad, wir haben die Klimaanlage an und fahren in angenehmer Temperatur. Kurz vor Santa Marta sehen wir das erste Mal die Sierra Nevada de Santa Marta, das hoechste Kustenmassiv der Welt. Tief haengende Wolken verbergen den Blick auf die hoeheren Gipfel hinter den ersten Bergen. In nur 46 km von der Kueste entfernt erreicht der hoechste Berg eine Hoehe von 5775m!

Wir erreichen den Campingplatz „Los Angeles“ etwa eine Stunde vor der Daemmerung. Die verwunschenen Zufahrt mit wundeschoenen Pflanzen ist wildromatisch und laesst hoffen. Der Platz direkt am Meer gelegen ist wunderschoen. Leider koennen wir nicht bleiben, denn Die Regenfaelle der letzten Tage hat das Areal unter Wasser gesetzt und dort wo sonst Wohnmobile stehen sind tiefe Furchen und teilweise neu ausgehobene Graeben, um das Wasser von weiter oben abfliessen zu lassen. Schade, aber nur 4km wweiter stehen wir dann doch am Meer unter Palmen am Platz „Casa Grande“.

 

29.10.2018

Wir beschliessen heute einen Ruhetag einzulegen und geniessen die Umgebung. Gnaedigerweise hat es das Wetter heute mit uns gut gemeint. Es ist etwas bedeckt und eine frische Brise vom Meer laesst uns einmal durchatmen. Ein Teil des Tages verbringe ich damit technische Probleme zu beheben. Irgendwie habe ich es mal wieder geschafft, eine Sicherung durchzuhauen. Dieses Mal ist es der Solar Laderegler, der die Energie von den Solarzellen optimal zum Laden der Batterie wandelt. Erst haben wir es gar nicht gemerkt, aber unsere Lueftung hat nach Sonnenuntergang nicht mehr funktioniert. Seit wir losgefahren sind, konnte nicht ein Watt in brauchbare Energie umgewandelt werden. Als ich die Ursachen endlich gefunden habe, war die Sicherung in 2min gewechselt und Solarstom laed nun unere Batterien wieder. Das ist auch dringend notwendig, denn der Kuehlschrank lauft bei den Temperaturen die ganze Zeit auf Hochturen. Dazu kommen Licht, Handy Ladetrom, PC, Tablet,…

Die spannende Frage ist, was den Kurzen verursacht haben koennte. Ich tippe auf die beiden Verbraucher, die ich direkt an den Laderecgler gehaeng habe, Lueftung und Aussenlicht. Beides kommt sofort ab und ich suche nach einer Alternatie fuer die Lueftung. Ich tueftele solange, bis ich einen 12v Stecker missbrauche und die Lueftung nun an einer 12v Steckdose Saft bezieht. Die ist ueber das Fahrzeug abgichert. Auch verlagere ich die Luefter in den Schlafbereich, damit wir wenigstens ein laues Lueftche selbst erzeugen koennen.

Durch die Unwetter wurde das Dach der Waschraume zerstort. Wir finden zwar alles funktionsfaehig, aber eben unter freiem Himmel, nicht weiter tragisch. Ich versuche mich mit den Toiletten und stelle fest, dass die einzige Toilette, die im Schatten liegt, keine Brille hat…ich entscheide mich fuer das Schwitzen.

Aber auch einfach im Schatten sitzen und das Meer beobachten kommt nicht zu kurz, sehr schoen. Am Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang am Meer entlang . Die Wellen sind hoch ich ttraue mich nicht zu baden, erst als ein Fluss ins Meer stroemt, sind die Wellen nicht mehr ganz so hoch. Ich komme bis zu den Oberschenkeln in Wasser, ohne von der Stroemung weggerissen zu werden. Das Wasser ist warm, aber nicht klar und tuerkies blau, wie man sich das in der Karibik so denkt. .Ich lasse es gutsein und wir schlendern wieder zurueck. Von 2 Schweitzern erfahren wir, das in dem Fluss schon Krokodile gesehen wurden. Ich habe keins gesehen! Die Nachbarn sind alle herzlich, Hollaender von der Zollaktion stehe neben uns, dazu noch ein Junges Paar aus Tschechien und die Schweiter.

 

30.10.2018 Dienstag / Reisetag 10

Heute steht ein Besuch im Trayona Nationalpark auf dem Programm. Zeitig stehen wir auf und schaffen es, um 7:45 an der Strasse zu stehen und auf den Bus zu warten. Busfahren ist ein Erlebnis. Wir sind die einzigen Touristen im Linienbus n Santa Marta. Die 5km zum Eingang des Parks kosten uns ca. 1,5 Euro. Im Park nehmen wir fuer die ersten 5km noch einmal einen Bus, dann beginnt die Wanderung. Wir tauchen in den Dschungel ein, ein dichtes Dach aus Blaettern umhuellt uns. Noch ist es frueh am Morgn und kaum ein Vogel ist in Sicht oder zu hoeren. Wir gehen auf vorbereiteten Bretterwegen, denn der Rest ist unpassierbar. Aus den hoheren Bergen sind staendig Baeche, die sich ihren Weg bis zum Meer bahnen. Wir lassen es langsam angehen und das auf und ab in der Huegellandschaft ist gut zu bewaeltigen. Bis die erste Furt kommt, wo wir unseere Schuhe ausziehen muessen. Wir hatte uns fuer Wanderschuhe entschieden, verstehen jetztz aber andere „Pilger“ die in Flip Flops, Gummistiefeln oder Fuesslingen unterwegs sind. Eine 2te Furt ein weng spaeter ist sogar noch tiefer.

Entlang des Weges werden ueberall Getraenke verkauft, was aufgrund der schweisstreibenden Wanderung auch noetig ist. Trotz unser fas 3 Liter Getraenke kaufen wir uns ein frisch geperssten Zitrusgetraenk, herrlich.

Nach ca. 3 Stunden Weg sind wir am ersehnten traumhaften Strandabschnitt und nehmen wir ein erfrischendens Bad im Meer. Unter Palmen geniessen wir die Szenerie. Die Schweitzer Erika und Niko tauchen auf, entdecken uns aber nicht und sind nach 10 min Rast wieder weg. Spaeter erfahren wir, das sie genau vor ihnen im Wasser einen Kaiman entdeckt haben, dann hatten Sie keine Lust mehr auf Baden!

Der Rueckeweg sollte schneller gehen, da wir den Weg kennen und alle Fotos schon gmacht sind. Es ist Mittag, wahnsinnig schwuel und kein Lueftchen bewegt sich. Ich wussete nicht, dass man soviel schwitzen kann. Es ist wie damals beim Squashen, nur das der Puls eben nicht auf 180 ist, denn wir machen ja „nur“ einen Spaziergang! Wir erreichen den Pakplatz mit den Bussen und haben Glueck wir koennen gerade noch mit einem mitkommen, der abfahrbereit steht…ohne Klimaanlage mit Koeperkontakt sind wir mit anderen Reisenden eingezwaengt. War uns egal…!

Dusche und Enstpannung am Campingplatz war einfach herrlich.

 


3 thoughts on “Kolumbien – Santa Marta 27.10.-31.10.18”

  1. Katrin sagt:

    Hallo Ihr Lieben, toll was Ihr alles erlebt, klingt total aufregend und spannend. Ich weiss nicht ob ich nicht auch lieber schwitzen würde als hier das November Wetter zu erleben😉das Schlammbad hat mir besonders gut gefallen, Susi so wirst du noch schöner😀passt weiter gut auf euch auf und schreibt weiter …macht viel Spaß das zu lesen, LG von Katrin und Tom

  2. Stefan Hansen sagt:

    Es ist einfach herrlich, nach einer arbeitsintensiven Woche in Eure intensiven Reiseberichte einzutauchen. Ich habe dass Gefühl mit Euch auf der Reise zu sein – DANKE!!!

    1. Chrisadmin sagt:

      Hi Stefan,
      Intensiv ist wahr.Wir kneifen uns manchmal, um zu realisieren dass wir echt hier sind. Wunderbare Menschen und ein aufregendes Land ist Kolumbien. Auf bald
      Christian und Susi

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