Kolumbien-Cartagena 21.10.-26.10. – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Kolumbien-Cartagena 21.10.-26.10.

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Cartagena empfaengt uns warm und freundlich nach einem nicht enden wollenden Flug.

Nach sehr kurzer Zollabfertigung fahren wir mit dem Taxi ins Appartment, wo Rolf -unser Vermieter- bereits auf uns wartet. Er erklaert nur kurz das Noetigste und laesst uns dann allein. Wir muesen uns dennoch aufraffen, einige  Kleinigkeiten im Supermarkt fuer morgen zu kaufen. Inzwischen hat die Klimaanlage das Schlafzimmer auf eine halbwegs ertraegliche Temperatur gebracht und wir sinken in die Kissen, voellig erledigt. Die Kakophonie aus Strassenlaerm, einem Gewitter und der Klimaanlage ist ohrenbetaeubend, dennoch uebermannt uns die Muedigkeit sofort.

 

Am Morgen gehen wir zum Agenten, um mit ihm das Procedere fuer den Zoll und dem Abholen aus dem Hafen zu besprechen. Wir fuellen x Zettel Papier aus, nicht nachvollziehbar wofuer das alles ist. Dann geht es los, mit einem Fahrer, die KFZ Versicherung fuer Kolumbien abzuschliessen und Papiere beim Zoll abzugeben. Der Verkehr ist der Wahnsinn, aber der Fahrer bleibt ruhig, bis auf das dauernde Hupen, was hier wohl zum guten Ton dazugehoert. Fuer ca. 5 Km Fahrstrecke und zwei Zwischenstopps benoetigen wir ueber 2 Stunden! Vielleicht koennen wir morgen El Burrito aus dem Hafen abholen!

Den Nachmittag verbringen wir in der Altstadt, sehr schoen, meist restauriert, manchmal mit marodem Charm. Sobald wir einen Fuss vor unsere Haustuer gesetzt haben, erwischt uns ein Gewitter und wir koennen mit letzter Not eine Bushaltestelle als Unterstand nutzen. Ein Kolumbianer und eine Gruppe Jugendliche gesellen sich in wenigen Sekunden zu uns. Ueberraschung, die Gruppe ist auf Schueleraustausch aus Deutschland hier. Wir sprechen ein paar Worte, bis sie sich ein Taxi nehmen und verschwinden. Dann spricht und der Kolumbianer auf deutsch an, wieder sind wir ueberrascht. Wo er denn so gut deutsch gelernt hat wollen wir wissen, in der Annahme, dass er mal in Deutschland war. Er hatte Kolumbien noch nie verlassen! Er wuenscht uns alles Gute und verschwindet im aufhorenden Schauer.

Natuerlich werden Touristen hier an jedere Ecke angelockt etwas zu kaufen. Die mobilen Stassenverkauefer mit Saft, Schmuck, Zigarren etc. werden aber schon am ersten Tag laestig. Wir kaufen einen Regenschirm. Unsere sind ja noch im Auto!

 

Am naechsten Morgen gehen wir wieder in die Stadt, um bei der Bank ene grossere Summe Bargeld abzuheben.  Der Agent akzeptiert fuer seinen Dienste nur  Columbianische Pesos in bar! Es dauert, bis wir in einer Bank einen englisch sprechende Angestellte finden, die uns aber mitteilt, dass leider unser Konto nicht die ausreichende Deckung hat…angeblich. Wenn wir schon mal da sind streunen wir noch ein wenig durch die Altstadt.

Dann am Nachmittag passiert der Supergau. Beim Abstellen einer Tasse Kaffee bleibe ich an der Ecke vom Bildschirm meines Laptops haengen und der Kaffee ergiesst sich ueber die Tastatur. Auch das sprunghafte Reagieren nuezt nichts, der Rechner geht sofort aus und auch nach mehreren Stunden Trocknen kann ich ihn nicht wieder zum Leben erwecken. Der Tag war wirklich bescheiden: Kein Geld, Kein Auto, Kein Laptop!

Heute muessen ein paar Dinge besser laufen. Wir beginnen mit einem Besuch bei Agenten. Entgeistert nehmen wir zur Kenntnis, dass die wichtigen Ladepapiere von der Reederei nicht gedruckt werden koennen, weil als Destination das Hauptbuero der Reederei in Bogota angegeben wurde. Die Papiere muessen aus Deutschland neu beantragt werden, nach Bogota ans Buero uebermittelt werden. Die haben das dann ans Buero n Cartagena uebermittelt und heute kann der Agent dann die Rechnung dafuer begleichen und erst dann bekommen wir die Ladepapiere im Original, ohne die ein Abholen nicht moeglich ist! Termin ist heute um 15Uhr, um dann die Papiere von der Reederei abzuholen.
In der Zwischenzeit gehen wir wieder zur Bank, dieses Mal haben wir fuer Deckung gesorgt, volle Deckung! Leider braucht die gute Dame auch wieder fast 2 Stunden bis wir den Packen Pesos endlich in den Haenden halten. Der Schirm dient uns mittlerweile als Sonnenschirm, da wir 35rad haben und wir kleben… Wieder im Appartment erst mal Duschen. Man kann es echt besser aushalten, je weniger man anhat…das Kopfkino ueberlasse ich Euch!

Um 15 Uhr dann wieder zum Agenten und nun lernen wir andere Reisende mit gleichem Schicksal kennen. Gemeinam fahren wir in die Stadt zur Reederei, wo wir die Ladepapiere in Empfang nehmen. Der Agent bestellt uns fuer morgen um 9Uhr fuer das Abholen der Autos aus dem Hafen! Wir sind gespannt und gehen nochmal in die Altstadt, begleitet von einem schoenem Sonnenuntergang. Das war schon mal deutlich besser als gestern!

Bekannte und ungekannte Gesichter mischen sich a naechsten Morgen beim Buero des Agenten (uebrigens direkt gegenueber von unserem Appartmenthaus, praktisch nicht wahr!). Der Agent will nur die Fahrer mitnehmen, daher wird noch schnell eine Taxifahrgemeinschaft gegruendet, denn viele Partner und Kinder wollen sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. Die Fahrt quer durch die Stadt ist langwierig, immerhin liegt das Terminal ca. 30km ausserhalb und wir fahren eine Ewigkeit.  Das Kennenlernen der Anderen macht die Fahrt dann doch etwas kurzweilger. Leider wird unsere Geduld im Hafen dann doch auf eine harte Probe gestellt. Wir warten ca 1,5 h in einem Kontainer bei der Anmeldung, bis die Fahrer dann durch die Schranke ins Hafengelaende duerfen. Ueberbordende Buerokratie mit 1000 Zetteln und Angaben machen das Procedere zu einer quaelenden Angelegenheit. Warten, warten, warten.

Endlich ist es soweit, wir duerfen raus auf das Gelaende und unsere Wohnmobile in Empfang nehmen. El Burrito ist unbeschadet von aussen und auch innen ist alles so wie wir es vor einem Monat in Bremerhaven abgegeben haben. Die Erleicherung ist gross, aber die Ausfahrt aus dem Hafengelaende dauert nochmal, da wir wieder mit  einigen Zetteln den Empfang bestaetigen muessen.

Spontan beschliessen wir mit Michaela und Bruno gemeinsam eine Gasabfuell Firma in der Naehe aufzusuchen, um unsere Gasvorraete wieder aufzufuellen. Grundsaeztlich duerfen die kein Gas an Endverbraucher verkaufen, aber die Leute wollen sich das Geshaeft nicht entgehen lassen, also muss man auf einen Lastwagen warten, der offiziell das Tor passiert. Dort kann man dann seine Flaschen mit aufladen und drinnen fuellen lassen. Leider klappt das erst beim dritten Anlauf bei der dritten Gasfirma. Trotz falschen Adaptern und radegebrechtem Spanisch schaffen wir aber das schier Unmoegliche! Nach weiteren 2 Stunden bei 35 Grad sind wir fertig. Dann kommt noch die Fahrt mit El Burrito duch die Stadt, ein Horror, aber letztlich doch geschafft. Hinter einer abgeschlossenen Kette darf El Burrito die erste Nacht in Freiheit auf dem Parkplatz direkt vor unserem Appartmenthaus verbringen.

Schon um 7 Uhr bin ich mit Rolf verabredet, damit wir El Burrito zu einem Mechanico bringen, denn das Ersatzteil muss ja noch montiert werden, ihr erinnert euch…! Direkt von der Hauptstrasse biege ich in die Werkstatt ein. Ein schwarzes Loch, 5/6 Autos stehen hintereinander, Hebebuehne Fehlanzeige. Rolf spricht mit dem Mechanico seines Vertrauens und ich zeige ihm das Teil und die Stelle, an der er es verbauen soll. Er sagt das dauert und wir sollen Mittags wiederkommen. Ich hatte mir geschworen, El Burrito niemals allein in den Haenden von fremdem Mechanikern zu lassen, aber da war ja noch ein Problem…mein Laptop. Auch hierfuer hat Rolf eine Idee, die wir nun in der Zwischenzeit in Angriff nehmen koennen. Ich mus auch mal Vertrauen haben, also fahren wir zuruck ins Appartment, denn in der Computer Reparaturbranche arbeitet noch niemand um diese Zeit. So gibt mir Rolf bei einer Tasse Kaffee interessante Reisetipps, bis wir uns wieder ins Zentrum aufmachen. Wir tauchen in ein Gewirr von Laeden ein, die schachbrettartig in einem Areal abseits der Altstadt angeordnet sind. Hierher verirrt sich kein Tourist, aber Rolf kennt sich aus und findet zielstebig das Kabuff mit ca. 4 Quadratmetern in dem 4 Spezies arbeiten! Schnell ist das Problem erklaert und flinke Finger demontieren den Laptop komplett. Erst nach einer gruendlichen Reinigung und einigen Probemessungen wird wieder Strom auf das Motherbord gegeben. Schnell wird klar, dass der Prozessor einen Kurzen hat und daher das gesamte Motherbord getauscht werden muesste. Da wir hier nicht beim Dell Service sind ist das also ein Totalschaden. Koennen Sie denn etwas anbieten, fragen wir. Ja, ich soll einen NoName Rechner mit 4GB Ram und einer 320GB Platte bekommen. Ich bin skeptisch und sage, dass ich aber 8 GB Ram benoetige und damit Photoshop machen will. Kein Problem, ich bekomme fuer den gleichen Preis nochmal 4 GB hinzu und sie bauen meine 1TB Platte vom meinem Laptop ein und ich darf mir Programme wuenschen…! Klingt gut, aber ich schreibe diese Zeilen jetzt auf einem spanischen Browser, Word und Excel, das ganze Office Paket wurde nur in spanisch geladen. Freundlicherweise laeuft Windows auf english, mit Keyboard Settings auf englisch, aber mit spanischer Tastatur! (wenn Ihr Schreibfehler findet koennt ihr sie behalten/Autokorrketur ist auf spanisch). Leider haben die auch das falsche Photoshop runtergeladen und gecrackt, das was ich bedienen kann hatten sie nicht verstanden. Die ganze Installation hat so lange gedauert, dass wir inzwischen El Burrito von der Werkstatt abgeholt haben. Das war eine echte fahrerische Herausforderung, da wir in dem Gassengewirr den Parkplatz nicht auf Anhieb gefunden haben. Ich musste mehrmals rueckwaerts wieder aus einer Gasse raus, weil die ploetzlich sich als Einbahnstrasse entpuppt hat, oder ich einfach nicht durchgekommen bin. Wenn ich an diese Manoever denke, dann ist unser Parkplatz zuhause dagegen wie eine Landepiste am Flughafen! Wegen der Hitze konnte nicht mehr nachvollzogen werden, warum meine Haende so feucht waren! Ach ja, der Mechanico hatte keine Probleme das Teil zu wechseln und hat ingesamt 22 Euro verlangt. Ich ueberlege kurz, ob sich bei zukuenftigen Reparaturen eine erneute Verschiffung nicht doch lohnen koennte! Nach 6 Stunden bei den Compuerfreaks kann ich endlich los, mit einem Ersatzgeraet fuer 120Euro!!! Na dafuer kann man doch mal ein wenig schwitzen. Danke Rolf, ohne Dich keine Chance!

Da wir morgen das Appartment mit Internet verlassen, wollte ich unbedingt diesen Eintrag noch fertig machen. Es ist mittlerweile 1:43Uhr und mein Bedarf an Abenteuer fuer diese Woche ist definitiv gedeckt!

 


11 thoughts on “Kolumbien-Cartagena 21.10.-26.10.”

  1. Runa und Michi sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    das sind ja spannende erste Tage!
    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
    Reise-Abenteuer habt ihr anscheinend schon gefunden 🙂
    Hauptsache ihr seid jetzt Startklar und sie ruhigeren Tage können kommen. Wir wünschen euch ganz viel Spaß!

    Liebe Grüße
    Runa und Michi

    1. Chrisadmin sagt:

      Danke Euch,
      Es geht etwas weniger aufregend weiter, aber ich habe jetzt schon wieder viel für den nächsten Blogeintag zu erzählen…

  2. Stefan Hansen sagt:

    Was für ein aufregender Start in Eure Reise. Toll geschrieben, tolle Bilder – liest sich wie ein Abenteuerroman! Wir freuen uns auf die nächsten Einträge und wünschen Euch einen entspannteren ersten Reisetag!!
    Herzliche Grüße aus Hamburg – Petra & Stefan

    1. Chrisadmin sagt:

      Hi Stefan,
      Alle Kommentare sind angekommen…ich schalte mal nur einen frei…

  3. Andreas Schmidt sagt:

    Na das ist ja ein spannender Reiseauftakt. Ich hoffe, das die kommenden Tage etwas entspannter werden. Euch alles Gute und viel Spaß.
    Andreas

  4. Andreas Schmidt sagt:

    Auch Stefan hat versucht Euch ein Post zukommen zu lassen, aber das System hat ihn nicht gelassen.

    1. Chrisadmin sagt:

      Ich versuche das zu finden…jeder Kommentar muss von mir freigeschaltet werden…mal sehen ob das auch einfacher geht!

  5. Britta Gießler sagt:

    Hallo Ihr Beiden!
    Ihr macht eurem Blog alle Ehre! „Reise-Abenteuer“!!!
    Die ersten Hürden sind erfolgreich gemeistert! Respekt!
    Wir wünschen Euch noch viele, schöne und erfüllende Abenteuer auf eurem Weg mit El Burrito!
    Wir sind dabei!
    Fühlt euch geknuddelt!
    Bodo und Britta und Co

  6. Erika & Nicolas sagt:

    Auf dass es in Zukunft besser läuft! 🙂
    Liebe Grüsse von nebenan

  7. Anka Behrendt sagt:

    Hallo Ihr Zwei
    ich lege mal meinen Roman zur Seite. Euer Blog ist spannender 🙂 Alles Liebe und gute Reise, Anka und Christian

    1. Chrisadmin sagt:

      Hallo Anka,
      Danke, Danke hoffentlich bleibt es spannend genug …Wir werden sehen.
      Grüsse aus Kolumbien

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