Ecuador: Ibarra, Otavalo 17.-24.11. – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Ecuador: Ibarra, Otavalo 17.-24.11.

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Von Wanderungen und Maerkten und von…

17.11. 2018 Samstag /  Reisetag 28, Ibarra – Ecuador

Am Morgen zeigt sich das enge Tal sonnig und freundlich. Wir besichtigen noch die Gruta de la Paz eine riesige Grotte, auch der Jungfrau Maria gewidmet, wie viele andere Dinge hier auch.

Dann gleiten wir foermlich auf super ausgebauten Strassen gen Sueden. Die Landschaft ist auch total anders als in Kolumbien. Die Taeler sind weiter, die Bergflanken nicht so schroff. Die Strasse wurde 4 spurig ausgebaut und wir duerfen 90 fahren, was fuer ein Luxus …und keine Schlagloecher!

Schon vor dem Mittag erreichen wir die Finca Sommerwind und Hans -der deutsche Betreiber- beguesst uns herzlich. Wir suchen uns ein ruhiges Plaetzchen und geniessen dann erst mal einen Kaffee.

Auch treffen wir Rosi und Detlef hier wieder und wir schnacken ene Runde, was so passiert ist.

Fuer uns ist erst mal relaxen angesagt und wir kommen mit unseren Nachbarn auf der Campingwiese ins Gespraech.

Dann gibts bei Hans Essen aus Deutschland, Susi nimmt Leberkaese mit Bratkartoffeln und Spiegelei und ich habe eine Currywurst mit Pommes, dazu ein Radler, einfach klasse. Wir quatschen noch den ganzen Abend mit Rosi und Detlef, spannend was die schon alles erlebt haben!

 

18.11. 2018 Sonntag /  Reisetag 29, Ibarra

Die Finka Sommerwind liegt dierekt an einem schoenen See und wir beschliessen eine Wanderung um den See zu machen, da Bewegung in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen ist. Es ist angenehm warm so ca. 24 Grad, aber da wir ja fast am Aequator sind, brennt die Sonne senkrecht vom Himmel, mal wieder unterschaezt!

Nach 2,5 Stunden Wanderung kehren wir in einer Art Strassenkuche ein und bestellen radebrechend 2 Gerichte, einmal den hier am See beruehmten Fisch Tilapia und einmal was mit gegrilltem Huhn. Das Essen ist einfach, aber super schmackhaft, frisch fuer uns zubereitet. Am Ende zahlen wir 5,5 Dollar…insgesamt!

Am Nachmittag darf ich mir noch das Expeditionsmobil von 2 Italienern ansehe, er hat alles selbst gebaut, die Kabine und das gesamte Innenleben. Nun wohnen sie da drin und sind bereits 2 Jahre in Suedamerika unterwegs, Respekt! Morgen fliegen sie fuer 2 Monate nach Hause und lassen den Truck hier bei Hans solange stehen.

 

19.11. 2018 Montag /  Reisetag 30, Ibarra

Heute steht eine Bergwanderung auf dem Programm. Wir wollen am Fusse des Cotacatchi die Laguna Cuicocha umrunden. Der Bergsee hat 2 Inseln in der Mitte und der Sage nach warteten die Jungfrauen auf einer der Inseln auf die Juenglinge, die vom Ufer aus schwimmend die Insel erreichen mussten. Daher ist die Bedeutung von Cuicocha auch See der Liebe, auch wenn einige der Probanden wohl ertrunken oder erfroren sind!

Die Wanderung ist 12-14km lang und mit rund 5 Stunden veranschlagt. Der Wanderweg ist nicht etwa am Ufer des Sees, sondern am Kraterrand des den See umgebenden Kraters, also geht es rauf und runter. Schon beim ersten Anstieg schnaufen wir ganz schoenn, bis uns klar wird, dass wir auf 3100m angefangen haben und der hoechste Punkt immerhin 3525m ist. Staendig behalten wir den See mit den Inseln im Blick, der jedes Mal wieder ein wenig anders aussieht. Neben uns geht die steile Flanke des Vulkans Cotcachi nach oben, die am hoechsten Punkt 4900m misst. Wir sehen den Gipfel nicht ein mal, denn alles oberhalb von 4000m ist in den Wolken!

Nach 4 Studen (!) kommen wir wieder am Pakplatz an und wissen was wir heute geschafft haben. Es war eine sehr sehr schoene Rundwanderung. Uebrigens immer in voller Vegetation, keine schroffen Felswaende oder Geroellfelder, wie das in den Alpen in dieser Hoehe klar waere!

 

20.11. 2018 Dientag /  Reisetag 31, Ibarra

Hans nimmt uns mit in die Stadt und wir probieren ein Caffee aus, welches im Reisefuehrer mit Fruestueck angepriesen wird. Wir werden nicht enttaeuscht, alles ist wunderbar schmackhaft auch Kaffee und Fruchtsaefte sind einfach klasse und das bei klassischer Jazzmusik!

Dann erkunden wir die Innenstadt von Ibarra, die im Stadtkern nach Erdbeben immer wieder im Kolonialstil aufgebaut wurde. Wir verlaufen uns im Maktviertel, was uns fasziniert. Zunaechst startet man in einer Halle, in der der Fleischmarkt ist und der Blumenmarkt. Bei den Floristen entstehen ueberdimensionale Gestecke aus frischen Blumen, die bei uns sofort die Assoziation zu Beerdigungen hervorruft. Spaeter sehen wir diese Getecke in einer der vielen Kirchen als Altarschmuck. Nach der Halle kommen kleine quadratische Laeden, die mindestens an 2 Seiten offen sind mit Schuhen, Kleidung, Wolle und so weiter. Dahinter wurde eine Freiflaeche mit einem undurchdringlichen Gewirr von Marktstaenden zugepflastert. Wir streifen an ueberbordenden Obsttaenden vorbei, aber auch kleine Garkuechen in riesieger Anzahl sind zu finden. Wir kaufen Erdbeeren und Avocados und geroesteten Mais. Uebrigens, der Markt ist fest in den Haenden der Frauen, meist indigener Herkunft.

Das war ein spannendes Erlebnis, dann noch ein Eis und zurueck zur Finca Sommerwind.

 

21.11. 2018 Mittwoch /  Reisetag 32, Otavalo

Wir brechen von der Finca Sommerwind Richtung Sueden auf, muessen aber noch Autowaeshe und Einkauf erledigen, bevor es dann nach Otavallo geht. Der beruehmte Samstagsmarkt ist am Mittwoch auch da, aber mit weniger Menschenandrang. Verwundert nehmen wir zur Kenntnis, dass die indigenen Verkaueferinnen alle englisch koennen! Ist eben doch rein auf Touristen ausgerichtet.

Wir finden einen Reiseveranstalter, der in den umliegenden Doerfern die traditionellen Handwerke besucht und wir ueberlagen, ob wir morgen das mal machen.

Wir schlendern noch ein wenig durch dei Stadt und bleiben wieder bei einem Restaurant zum Mittagessen, das Menue mit Getraenk fuer 2,75$!

Dann fahren wir noch ca 25 km weiter zur Aequatorlinie, wo es ein Denkmal gibt, mit dem Namen Quitsatu „Mitte der Welt“. Das ist ein wissentschaftliches Projekt und befindet sich exakt auf der 0 Linie. Das touritische und groesser vermarktete Denkmal ist dagegen nicht genau auf der Aequatorlinie, sondern 200m daneben!

Dann regnet es den Rest Tages, was auch bei der Quartiersuche einige Probleme bereitet, weil die Auffahrten sooo steil sind, nur aus Kopfsteinpflaster bestehen und dann alles im stroemenden Regen. Ich behaupte mal, da waere ich ohne Allrad nie hochgekommen! Als wir am Hostal angekommen sind schwindet unsere Zuversicht, denn die Toreinfahrt ist viel zu niedrig fuer El Burrito. Dennoch fragen wir an der Rezeption nach und die sehr freundlichen Betreiber kommen sofort raus un oeffne ein grosses Tor direkt gegenueber. Ich schlucke, als ich die Auffahrt sehe, gehe mit nach oben, denn ich will erst einmal nachsehen, ob wir da auch gut stehen koennen. Aber das passt und da mich heute nichts mehr erschreckenn kann, sezte ich mit El Burrito etwas zurueck, dann erster Gang und mit Schwung durch die Einfahrt und die steile Auffart hinauf. Oben auf der ebenen Wiese darf ich mich hinstellen, wie ich will, denn wir sind die einzigen Gaeste. Beim Rangieren treibe ich bereits tiefe Furchen in die Wiese!

 

22.11. 2018 Donnerstag /  Reisetag 33, Otavalo

Frueh sind wir auf, einerseits wegen des Hahnes und andererseits weil wir die Tour machen wollen, also sind wir schon um 8Uhr unten in Otavalo. Bei schoenstem Wetter warten wir uber eine Stunde, bis wir frustriert aufgeben, der Reiseveranstalter hat heute wohl zu, oder ist ohne uns losgefahren.

Bei einem Kaffee besprechen wir die Alternativen fuer heute und beschliessen eine nahe gelegenen Condorfarm zu besuchen. Die ist genau auf dem Berg, an deren Flanke sich unsere Unterkunft befindet. Wir fragen unsere Gastgeber, ob man dahin wandern kann. Sie empfehlen uns mit dem Taxi raufzufahren und zurueck zu laufen. Genau so machen wir es…

Die Kondorfarm ist ein gemeinnuetziges Projekt fuer Greifvoegel aller Art, die Hilfe benoetigen. Wir koennen viele Falken, Adler, Eulen und eben auch 2 Andenkondore bewundern. Das sind wirklich grosse Voegel. In Ihrem Gehege ist ja nicht viel Platz, aber wir haben das Glueck, dass die beiden ein paar Flugeinlagen fuer uns zeigen.

In der anschlessenden Flugshow in einem Stein Amphietheater erfahren wir alles ueber den Park, die unterschiedlicen Voegel und ihr Verhalten. Leider ausschliesslich auf spanisch, so dass unser Wissen nur bruchstueckhaft erweitert wurde. Optisch hat die Flugshow aber in jedem Fall ueberzeugt.

Die Wanderung zurueck mit einem Abstecher zu einem uralten Baum (ueber 1000 Jahre) der als Kultstaette hier gilt war sehr angenehm bergab. Zurueck am Camper habe ich gerade die Markiese ausgefahren und es mit mit einer Pfeiffe gemuetlich gemacht, da bricht ein Unwetter mit Hagel und Blitz und Donner uebr uns herein. Ich halte noch ein wenig aus, dann muss auch ich fluechten. Eigentlich wollten wir nochmal nach Otavalo zum Abendessen…Nach einer Stunde ist das Unwetter vorbei und wir muessen feststellen, dass wir in einem See stehen. Mit Stein und Planke kann ich eine provisorische Bruecke in trockenere Gefilde bauen und so koennen wir nun mit normalen Schuhen unser Heim verlassen. Das Steak war koestlich und auch der Pisco als Nachtisch gelungen.

 

23.11. 2018 Freitag /  Reisetag 34, Vulcan Pasochoa

Wir verlassen das Quartier nicht ohne ein Andenken in Form von tiefen Spurrillen auf der Wiese zu hinterlassen. Das Ziel ist heute ein Vulkan an der sogenannten Strasse der Vulkane. Er ist nur 4200m hoch und wir wollen uns langsam groesseren Hoehen annaehern. Nach ca 120km auf der Panamericana biegen wir ab und fahren die letzten 5km zum Parkplatz des Refugio de Vida Silvestre Pasochoa. Leider wieder 5 km im ersten Gang ueber eine holprige Strasse. Wir werden vom Ranger nett empfangen und duerfen ueber Nacht auf dem Parkplatz kostenlos stehenbleiben. Zu unserer Ueberraschung stehen da gerade 3 Reisebusse, die Schulklassen hier hochgefahren haben. Alle Achtung auf der Strasse…langsam wundert mich gar nichts mehr. Wir relaxen den halben Tag dan alleine auf dem Parkplatz.

24.11. 2018 Samstag /  Reisetag 35, Vulcan Pasochoa

Nach einer sehr ruhigen Nacht stehen wir um 6 Uhr auf, denn die Wanderung soll insgesamt 8 Stunden dauern. Der Parkplatz liegt auf 2850m, der Gipfel ist bei 4195m das macht dann 1350 Hoehenmeter also ganz schoen happig.

Von den ringfoermigen Wanderwegen rund um das Refugio biegen wir mmer rechts ab und sehr bald bleibt nur der Weg zum Gipfel uebrig. Es geht gleich ziemlich steil nach oben, so dass im mWanderweg schon Stufen eingabaut wurden. Zunaechst im Urwaldschlangelt sich der Weg nach oben.  Als wir den Wald verlassen haben wir bereits 300 Hoehenmeter geschafft. Nun geht es eine steile Flanke mit Graesern nach oben. Nun wird der weg noch steiler, aber ohne Treppenstufen. Wir schnaufen ganz schoen. Endlich sind wir auf dem Grat oben angekommen und koennen nun etwas entspannter gehen. Leider ist das hohe Gras und die Straeucher sehr dicht am Weg und noch so nass, dass wir beim Durchgehen nasse Hosen bekommen! Dann geht es wieder bergauf und wir kaempfen uns die naechsten Hohenmeter nochmal rchtig steil Richtung Gipfel. An einer steilen Felswand ist dann Schluss. Es muss von hier geklettert werden, nicht sehr schwierig, aber der Fels ist noch nass und wir muessen das ja alles noch wieder runter…Ende bei 3976m macht etwas ueber 1100 Hoehenmeter, die wir nun wieder runter laufen. Wegen der Steilheit wird das auch nochmal eine langwierige und anstrengende Angelegenheit. Unten am Parkplatz sind auch die 8 Stunden um und wir sind scholle!

Da wir keine Lust haben nochmal hier zu uebernachten, fahren wir weiter in Richtung Nationalpark Cotopaxi. Noch vor dem Eingang zum Park nicht weit von der Panamericana liegt idei Hacienda San Joaquin. Wir sind die enzigen Gaeste und koennen uns hinter de mAhus auf einer riesigen Wiese einen Platz aussuchen, ich waehle den ebenen Fleck direkt vor den Toiletten und Duchen.

Jetzt eine heisse Dusche, ein wahrer Genuss, bis nach dem Einseifen das warme Wasser ploetzlich weg ist. Das Abspuelen wird zu einer erfrischenden Angelegenheit!

Die Hausherrin hat fuer uns tatsaechlich noch in Abendessen und da wir keine Wahl haben, nehmen wir was da kommt. Immerhin erhalten wir ein 3 Gange Menue mit Suppe, Hauptgang und Nachtisch. Es gibt sehr schmackhafte Huehnchenkeulen mit Reis!

Wir goennen uns einen Film nach dem anstrengenden Tag aus unser DVD Sammlung…ja wir haben DVDs mit!


2 thoughts on “Ecuador: Ibarra, Otavalo 17.-24.11.”

  1. Christian Behrendt sagt:

    Hallo ihr Lieben,
    es ist wirklich spannend, Eure Berichte zu lesen.
    Ecuador interessiert mich natürlich besondere, weil wir das ja für nächstes Jahr geplant haben.
    Hoffe, da können noch ein paar Tipps einfließen.
    Euch also weiterhin eine so tolle und sichere Reise.
    Liebe Grüße Christian und Family

    1. Chrisadmin sagt:

      Hallo Christian,
      Die Landschaft ist so grossartig, leider ist das Erlebnis dann immer auch wetterabhaengig. Ecuador hat viele Gesichter, wir waren noch nicht im Dschungel und an der Kueste…bin jetzt auf Galapagos gespannt! Tipps jederzeit…
      Gruss,
      Christian

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