Argentinien: Cafayate, Nationalpark Ischigualasto, Bareal- 11.-17.2. – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Argentinien: Cafayate, Nationalpark Ischigualasto, Bareal- 11.-17.2.

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Entlang der Ruta 40…

11.02.2019 Montag/  Reisetag 114, Cafayate

Wir wollen uns das Vergnuegen einer Weinprobe nicht entgehen lassen und wollten eigentlich zu einer der zahlreichen Bodegas bei einem der Weingueter anhalten. Direkt nach der Ausfahrt vom Campingplatz steht dann ein Schild „Vine & Golf“ 1km und ich kann nicht anders- wir fahren dahin. Und siehe da, ein Weingut mit Golfplatz erwartet uns und wir werden am bewachten Eingang nicht abgewiesen. Nach 2km durch Villen und den Weinberg stehen wir endlich vor dem Clubhaus. Es sieht sehr edel und teuer aus, also diskutieren wir noch kurz unsere Schmerzgrenze, was das Greenfee angeht. Sehr freundlich werden wir in Empfang gnommen und weil nichts los ist auf dem Platz koennen wir auch sofort los! Das Greenfee war etwas mehr als 20 Euro, so dass wir mit Cart und Rangebaellen und Getraenk fuer die Runde gerade mal 75 Euro berappen muessen!

Der Platz ist traumhaft angelegt, recht einfach zu spielen (wenn man von meinen schiefen Abschlaegen mal absieht) und wir sind voellig allein! Es ist ein super Sommertag mit ueber 30 Grad und daher sind wir froh um das Cart, so sind wir in etwas ueber 3 Stunden wieder im Clubhaus, wo ein reservierter Tisch auf uns zum Essen wartet. Danach koennen wir herrlich Duschen, schoen dass dies wohl ein internationaler Standard ist!

Beseelt fahren wir dann nach Cafayate, schlendern noch ein wenig in der Stadt und bleiben in einer Weinbar haengen und trinken noch 2 fantastiche Rotweine, bei sanfter Jazzmusik, was fuer ein Ausklang eines schoenen Tages!

 

12.02.2019 Dienstag/  Reisetag 115, Cafayate-Santa Maria

Die Besichtigung eines Weingutes oberhalb der Stadt soll nicht fehlen, also fahren wir an diesen idyllischen Ort, auf Anraten der Oesterreicher. Die Fuehrung ist zwar ganz interessant, aber die verprobten Weine nichts Besonderes, also geniessen wir noch ein wenig die schoene Aussicht und das Ambiente des kleinen Weingutes. Zurueck in der Stadt kaufen wir dann in einer Weinhandlung ein, leider ohne Verkostung. Aber da wir schon nicht in Colome sein konnten, nehmen wir einfach eine Kiste vom Torrontes und vom 2017er Amayala mit und hoffen, dass die uns munden werden!

Dann geht es weiter Richtung Sueden. Da es schon wieder Mittag ist wollen wir keine Gewalttour mehr machen und kommen auf einen schoenen Campingplatz, der nur 80km entfernt liegt. Geschuetzt unter Bauemen mit unserer eigenen Grillstelle und nicht weit vom Pool relaxen wir ein wenig. Ich nutzte das Internet und lade ein paar Bilder hoch. Wir lassen den Abend bei einem kleinen Feuer an der Grillstelle ausklingen.

 

13.02.2019 Mittwoch/  Reisetag 116, Chilecito

Heute mueesen wir mal ein paar Meter machen, also geht es zeitig los. Gestern sind wir in den Ort von der Ruta 40 nach links abgebogen, also fahren wie ueber die Brucke wieder zurueck und weiter geht es. Ploetzlich endet die Strasse und das Navi zeigt nach links wo der Fluss fliesst. War ja klar, wir stehen mal wieder vor einer Furt, die wir nicht queren koennen. Also wieder zuruck nach Santa Maria, wo sich herausstellt, dass die Routa 40 durch den Ort geht und dann von dort aus weiter nach Sueden. Aber dann ist die Strasse sehr gut ausgebaut und wir koennen El Burrito rollen lassen und machen tatsechlich viele Kilometer. Die Landschaft zieht an uns vorbei, zunaechst als ueppiges Gruen, Weinberge sind auch dabei. Dann kommt eine Buschlandschaft, die zwar noch gruen ist, aber nict mehr bewirtschaftet wird. Letztendlich wird der Boden karger und wechselt fast in eine Wuestenlandschaft. Immer mal stehen Esel oder Pferde am Strassenrand, leider werden die wohl auch mal vom Verkehr erwischt, denn wir sehen Tierkadaver in verschiedenen Verwesungszustaenden am Strassenrand liegen. Manchmal kuenden nur noch ein paar Knochen von einem schon etwas zurueckliegenden unschoenen Zusammentreffen!

In Chicelito finden wir den Capingplatz nur mit etwas Muehe, die sich aber lohnt, denn der Platz ist abgelegen und sehr ruhig.

Wir freuen uns schon auf die versprochene Warme Dusche, die dann aber doch nur eisalt ist. Nach meiner Nachfrage sagt und der Betreiber, dass er sich gleich darum kuemmert. Ich dachte, er muss nur mal den Warmwasserschalter umlegen, weit gefehlt! Er kommt mit einer Schubkarre voll Feuerholz und befeuert damit einen archaischen Durchlauferhitzer. Insgesamt dauer es eine Stunde, bis er uns das Signal gibt, dass wir nun Duschen koennen. Es funktioniert, auch wenn es nun fast schon dunkel und kalt draussen ist!

 

14.02.2019 Donnerstag/  Reisetag 117, Parque National Ischigualasto

Der heutige Morgen ist wunderschoen und wir wachen unter einem Blatterdach auf, welches von der Sonne beschienen wird. Wir sind und waren die einzigen Gaeste auf dem grossen Areal, daher sehr sehr ruhige Nacht..!

Mit den Entfernungen in Argentinien kommen wir immer noch nicht klar. Der Masstab auf der Karte ist deutlich kleiner, als in Bolivien, so denken wir immer is ist nur ein kurzes Stueck…heute bis zum Parkeingang mal eben noch 250km!

Gluecklicherweise ist die Routa40 hier sehr gut ausgebaut und wir kommen zuegig vorran. Dann gibt es die Tour „mit Sonnenuntergang“ auch noch und wir koennen ab 17 Uhr den Park besuchen. Hier ist das so geregelt, dass man zwar mit dem eigenen Auto fahren darf, aber nur im Rahmen einer gefuehrten Tour. So steigt der Tourguide in eines der Autos mit ein und wir bilden eine Kolone von 6 Fahrzeugen. Insgesamt gibt es 5 Stationen, wo wir aussteigen und etwas anschauen koennen. Der Tourguide erklaert die Szenerie und dann koennen wir ein Fotos machen. Ischigualasto wurde im Jahr 2000 zum Unesco Weltkulturerbe, daher darf man nun nicht mehr frei im Park herumlaufen. Die Formationen, die Regen, Wind un Wetter aus dem Sandstein gefraest haben sind zerbrechlich und wurden auch von Touristen manipuliert. Steile Tuerme koennen auch einstuezen, wie in 2014 an einer der spektakulaersten Formationen passiert, daher ist das Betrachten nur noch von eingezaeuten Wegen aus moeglich. Dennoch finde ich diese Landschaft einzigartig und surreal, der Begriff Mondtal passt auf jeden Fall. Da Erdschichten aus der Kreidezeit hier freigelegt wurden, ist dieses Areal ein Paradies fuer Archaeologen. Diverse Saurierfunde koennen zur Klaerung der Flora und Fauna vor ueber 200 Millionen Jahren beitragen.

Der spektakulaere Rundweg endet an den roten Felsen eines Bergrueckens, der regelrecht rot glueht im letzten Sonnenlicht.

Mit auf der Tour waren 3 junge Leute aus Pinneberg! Anlass genug, um sich auszutauschen ueber die jeweiligen Reiseerlebnisse, sehr nett!

 

15.02.2019 Freitag/  Reisetag 118, Bareal

Die Sonne brennt direkt vom Morgen an auf uns herab, keine einzge Wolke ist am blauen Himmel zu erkennen. Nach einer sehr ruhigen Nacht, koennen wir am Parkeingang noch schoen duschen, bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Zunaechst noch innerhalb des Nationalparks, wuestenaehnlich aber auch mit Bergen und Kliffs versetzt, schlaengelt sich die Strasse durch die Landschaft. Nach dem Verlassen des Parks fahren wir ca 100km geradeaus, dann gelangen wir wieder auf die Ruta 40. Diese zieht sich ja oestlich der Anden durch ganz Agentinien. Als wir bereits die Anden wieder vor uns sehen und Kilometer um Kilometer auf der Ruta40 abspulen, begegnen wir einem Kult, der nur hier in Agentinien eine derartige Auspraegung hat, naemlich der „Difunta Correa“. Verehrt wird hier wie eine Heilige eine Frau, die hochschwanger aufbrach, um ihren vermissten Ehemann in der Wueste oestlich von San Juan zu suchen. Leider war die Suche erfolglos, jedoch gebar sie unterwegs ihr Kind und verdurstete dann. Das Kind wurde aber lebend gerettet, immer noch an der Brust der Mutter. Diese Geschichte ruehrt die Argentinier so sehr, dass nicht nur am Fundort eine Gedenkstaette errichtet wurde, sondern auch entlang der Ruta 40 und an anderen Nebenstrassen. Eindeutiges Merkmal einer Difunta Correa Gedenkstaette sind hunderte oder tausende von Wasserflaschen, aber es werden auch andere Gegenstaende, Geld oder auch Essensriegel niedergelegt. Quasi als die Schutzheilige der Reisenden werden auch Wuensche niedergeschrieben oder auch Dankesbriefe hinterlegt. Interessanterweise ist die Difunta Correa keine Helige der katholischen Kirche, dennoch resultiert daraus nicht etwa ein Wiederspruch oder ein Problem. Denkt man, na ja ein paar Flaschen am Wegesrand sind ja nicht der Rede wert, dann sollte man sich bewusst machen, dass der Hauptdenkmalort oestlich von San Juan eine wirklich bedeutende Pilgerstaette geworden ist. Allein durch die tausenden von gespendeten Goldringen kann nach dem Einschmelzen (zusammen mit den Geldspenden) nun eine Stiftung mit 50 Angestellten erhalten werden, die die Pilgerstaette organisiert!

Wir waren nicht dort, sondern sind vor San Juan wieder in die Berge abgebogen, haben aber etliche der absonderlichen kleinen Gedenkstaetten gesehen.

Unser Ziel ist heute hinter der ersten Andenkette der Ort Bareal, von dem wir eine Sternwarte besuchen wollen. Das hatte ja in San Pedro wegen des Wetters nicht funktioniert. Endlich in Bareal angekommen, haben wir Hunger und finden „El Aleman“, der ein Hostal dort betreibt. „El Aleman“ ist ein Hamburger, der seit 36 Jahren in Argentinien lebt, 20 davon als Angestellter der Hamburg Sued in Buenos Aires! Leider hat der nun auch Siesta und wir koennen nur noch ein Bier bekommen, was in Form einer Literflasche Warsteiner auch nicht zu verachten ist. Wir lernen beim Trinken noch 2 Norweger und 2 Schweitzer kennen, die hier uebernachten.

Da um 21 Uhr die Fuehrung in der Sternwarte beginnt, starten wir, immer noch hungrig um 20:15, da El Aleman nach unserer und seiner Siesta noch nicht wieder aufgetaucht ist.

Kurz vor dem Dunkelwerden schaffen wir es bis zum Parkplatz der Sterwarte. Wir sind dann doch sehr erstaunt, als wir nicht etwa in die bekannten Kuppelgebauede gefuehrt werden, sondern auf einen betonierten, exponierten Platz, auf dem die Teleskope unter freiem Himmel installiert sind. Bei 340 Sonnentagen und 80mm Niederschlag im Jahr auch kein Wunder!!

Die Sterne sind toll, die spanischen Erlauterungen werden spontan von einer Argentinierin ins deutsche uebersetzt, so dass wir auch Etliches mitnehmen koennen. Der Mond scheint so hell, das wir angeblich einen nicht so guten Abend erwischt haben und man sonst noch viel mehr sehen kann. Dennoch koennen wir das Kreuz des Suedens und weitere Sternbilder des suedlichen Sternenhimmels bestaunen.

Eine Tuetensuppe um Mitternacht am Campingplatz des Parks laesst uns dann nicht ganz ausgehungert zu Bett gehen.

 

16.02.2019 Samstag/  Reisetag 119, Uspallata

Nach dem langen und ereignisreichen Tag gestern lassen wir es heute etwas ruhiger angehen. Im Park (Nationalpark El Leoncito ) besuchen wir noch einen kleinen Wasserfall und werden wieder erwarten nicht von einem Puma angfallen, vor dem wir eindruecklich am Parkeingang gewarnt wurden.

Dann fahren wir noch auf den ausgetrockneten See von Bareal, auf dem fast taeglich die Strandsegler -wie in Sankt Peter Ording- zu sehen sind. Duch die Form des Tales und die Waerme des Tages bildet sich Thermik, die dann am Abend als eine steife Brise ueber den See fegt. Wir sind bei Windstille und 35 Grad  allein dort, machen ein paar Fotos und fahren weiter.

Uspallata ist nur ca 100km entfernt und unser heutiges Ziel. Dort angekommen sind es immer noch 35 grad und wir beschliessen zunaechst vor der Siesta in einem Grillrestaurant Essen zu gehen. Die empfohlene Grillplatte fuer 2 Personen ist monstroes und trotz unseres Hungers von 2 Tagen haben wir keine Chance diesse zu bewaeltigen. Den Rest gibt es „To Go“ mit. Auf dem nahegelegnen Campingplatz finden wir unter hohen Bauemen ein schattiges Plaetzchen und machen nun unsererseits „Siesta“. Die dauert aber nur solange, bis neben uns 6 Autos mit ca. 20 Mountainbikefahren ankommen und ein wahres Grillfest veranstalten. Es ist Samstag und wir befuerchten, dass uns wieder mal eine unruhige Nacht bevorsteht. Aber die Meute baut keine Zelte auf, sondern verschwindet kurz vor Sonnenuntergang, nach Fleisch vom Grill, Durckbetankung, begleitet durch ordentliche Musik! Glueck gehabt.

 

17.02.2019 Sonntag/  Reisetag 120, Chile, nahe Val Paraiso

Von Uspallata aus koennen wir entweder 100km nach Osten fahren, dann waere dort die Stadt Mendoza, die sicher einen Besuch wert ist. Wir hoffen noch auf ein Lebenszeichen von Erika und Nicolas, denn die wollten auch Mendoza besuchen. Andererseits werden heute dort 38 Grad erwartet und wir haben keine grosse Meinung, in solcher Hitze eine Stadt zu besichtigen. Als wir auch bis kurz vor Abreise nichts von den Beiden hoeren, fahren wir in Richtung Berge und chilenicher Grenze. Auf dem Weg befindet sich noch die Bruecke der Inkas, eigentliche eine Themalquelle, die bunte Kalkausbluehungen hinterlaesst. Sie wurde bereits von den Inkas als Heilquelle entdeckt. Weiterhin koennen wir an einem Aussichtspunkt den Aconcaqua sehen, den hoechsten Berg Argentiniens und der westlichen Hemisphaere mit 6930m.

Dann ist die Grenze erreicht auf nicht mal 3000m Hoehe, nach einer Stunde und ein bisschen Papierkram Wirrwar sind wir durch und rollen den Pass runter nach Chile.

Das Einkaufen im Jumbo Supermarkt im ersten groesseren Ort ist wie zu Hause…herrlich und genauso teuer!

Kurz vor der Kueste finden wir einen grossen, gut besuchten Campingplatz, der aber noch ein freies Plaetzchen fuer uns hat. Ausserdem ist Sonntag Abend und die Chilenen packen so langsam ihre Sachen!


2 thoughts on “Argentinien: Cafayate, Nationalpark Ischigualasto, Bareal- 11.-17.2.”

  1. Runa und Michi sagt:

    Wirklich traumhafte und abwechslungsreiche Kulisse.
    Ihr löst bei mir gerade Urlaubsstimmung aus!
    Hier wird es so langsam Frühling… Zurückkommen lohnt sich also bald wieder 🙂

    Liebe Grüße
    Michi und Runa

    1. Chrisadmin sagt:

      Hallo Nachbarn,
      danke fuer die Zeilen aus der Heimat…
      Hier in Chile wird es langsam Herbst, wir geniessen die lezten Sommertage waehrend es immer frischer wird, je weiter wir uns gen Sueden bewegen…
      Schoene Gruesse aus Puerto Ocay, einem deutschen Einwanderernest in der Naehe von Puerto Montt im Sueden Chiles!

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