Schweden/Norwegen – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Schweden/Norwegen

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es geht los auf unsere erste große Tour mit El Burrito!

26.06.2017:  Sonntag, Endlich geht es los..

Wir starten um ca. 6 Uhr bei starker Bewölkung bei uns zu Hause. Auf dem Weg nach Norden beginnt es dann auch heftig zu regnen und es regnet immer noch, als wir in Puttgarden auf die Fähre einchecken. Die Überfahrt ist unspektakulär und gerade gut, um einen Kaffee zu trinken. In Dänemark klart es bei steifer Brise auf und wir können trocken weiterfahren. Auf einem Rastplatz treffen wir auf etliche Italiener mit Wohnmobilen. Erst später erschließt sich uns, dass dies eine Reisegruppe ist, die gemeinsam zum Nordkap fahren. Erst als wir sie wenig später überholen wird uns klar, dass die Gruppe mit ca. 20 Campern unterwegs ist!

Wir verlassen die Autobahn, um großräumig Kopenhagen zu umfahren und um Helsingör einen Besuch abzustatten. Unterwegs kommen wir an Rosskilde vorbei, bekannt dafür, dass dort ein Festival stattfindet…wir geraten mitten hinein, tausende Leute schleppen Sachen von den Parkplätzen zum Festivalgelände!

Helsingör ist natürlich eine bedeutende Hafenstadt mit den Fähren nach Schweden. Unbekannt ist aber die nette Altstadt mit Fachwerkhäuser und Kopfsteinpflaster. Eine nette Art eine Pause zu bereichern.

Schnell ist die Fähre gebucht (58€, echt Wucher für 10 min Fahrt) und schon sind wir in Schweden. Wir wollen gar nicht mehr allzu weit nordwärts fahren und haben uns in Halmstadt einen Golfplatz für morgen ausgesucht. Plötzlich ertönt ein komisches Geräusch,

was man durch das Zischen als offenes Fenster deuten könnte. Da wir auf der Autobahn sind können wir nicht einfach am Straßenrand stehenbleiben! Am nächsten Rastplatz sind die Fenster schnell gecheckt, alle ok und geschlossen. Ein Blick unter den Camper bringt dann Gewissheit. Die Abdeckung der elektischen Trittstufe ist halb aus der Verankerung gerutscht und schleift auf dem Boden. Durch das Fahren sind nun bereits einige Zentimeter der Abdeckung weggerubbelt, denn das Ding besteht aus Plastik! Super, dann erst mal weiter ohne Abdeckung, mir wird morgen schon was einfallen!

Zunächst versuchen wir einen Stellplatz an der Marina von Halmstadt zu bekommen, was eigentlich auch kein Problem ist, aber der Wind ist derart stark geworden, dass das Stehen am Hafen vielleicht doch keine so gute Idee ist. Also fahren wir weiter zum Golfclub und buchen für morgen früh eine Startzeit und dürfen auf dem Parkplatz übernachten…

Wir machen noch einen Spaziergang zum Meer und sind ganz fasziniert vom Farbenspiel von Sonne, Meer und Strand. Der Wind treibt uns irgendwann zurück, denn der Sand wirbelt um uns herum und verirrt sich auch zwischen den Zähnen.

Die Nacht wir unruhig, da der Sturm weiter tobt und auch auf dem relativ geschützten Parkplatz rüttelt es ganz schön an El Burrito!

26.06.2017 : Montag, Golfen im Sturm

Der erste Kaffee am morgen wird gleich zur Geduldsprobe, da mir die Kaffeedose runterfällt, und sich ein Großteil des Inhalts in der Schublade verteilt! Dicke Wolken jagen mit atemberaubender Geschwindigkeit über uns hinweg und wir überlegen, ob wir überhaupt spielen sollten. Da wir nicht wissen, ob es noch besser wird, beschließen wir denn doch zu spielen. Wir ziehen alles an, was wir an warmen Golfklamotten mithaben incl. Mützen!

Wir schlagen einsam und alleine gegen 8:30Uhr ab und haben den ganzen Platz für uns! Schon nach einigen Löchern, ist der Wind im Schatten der Bäume nicht mehr so ungemütlich und wir können uns entblätter und spielen am Ende sogar im T-Shirt. Die Sonne kommt raus, aber der Wind bleibt. So genießen wir den hervorragenden Platz Tylosand, haben aber so unsere Probleme mit Wind und dem Putten! Die Dusche im Golfclub tut gut und wir planen die nächste Route…Aber Moment mal, ich muss ja noch etwas reparieren! Nachdem ich auf die Auffarkeile gefahren bin, kommen ich etwas besser an die Stufe dran und beschließe sie ganz abzubauen, um die obere Abdeckung mit der unteren zu tauschen.

Leider war diese Mühe vergebens, da die beiden Abdeckungen nicht gleich groß sind, also wieder dran schrauben und die alte Abdeckung wieder anbringen. Das entstandene Loch stopfe ich mit einer Plastiktüte aus dem Golfclub und einer Menge Tape, hoffe das hält! Endlich kommen wir los und wollen nur 40km nordwärts fahren. Das Wetter scheint Dienstag noch gut zu sein, also versuchen wir nochmal ein Runde Golf zu spielen. Leider erweist sich der erste Stellplatz als verwaiste Ruine, obwohl stadtnah gelegen. Angeblich werden hier viele Lachse gefangen, da der Ort an einem Flusslauf liegt, den die Lachse hinauf schwimmen. Aber keine Fischbude oder Fischbrötchen im Supermarkt, wir fahren enttäuscht weiter. Der nächste Stellplatz (kein Campingplatz) bei Molle sieht echt nett aus, aber niemand ist das und auch an der angegebene Telefonnummer meldet sich niemand. Schade, wir brauchen eine Alternative und suchen auf dem Parkplatz stehend Campingplätze in der Umgebung. Kurz bevor wir losfahren, kommt die nette Besitzerin und wir können bleiben. Es ist niemand sonst da und wir suchen uns ein nettes Rasenplätzchen aus.

27.07.2017 Dienstag, Golfen in Varberg, Marina

Der Wind hat sich in der Nacht gelegt und wir können bei bestem Wetter erstmalig draußen frühstücken. Wir sind nach wie vor völlig allein und schauen auf Wiesen und Felder…ruhig und schön. Wir fahren entspannt ein paar Kilometer weiter in Richtung Varberg, wo ein weiterer Golfplatz auf uns wartet. Interessanterweise hat unser Navi den Golfplatz nicht richtig eingespeichert und wir stehen plötzlich am Halfway-Haus auf einer Versorgungsstrasse. Nette Golfer weisen uns den rechten Weg und wir sind fix auf den nächsten Runde mit ein paar „Locals“. Netterweise helfen uns die älteren Herrschaften in Englisch auf die Sprünge, was die lokalen Gegebenheiten angeht. Wir kommen ein wenig ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass sie mit einem Camper in Australien unterwegs waren. Da sie nahe dem Golfclub wohnen, steigen sie nach dem Loch 14 auf der Runde aus, nicht ohne uns dringend die Marina von Varberg als Stellplatz zu empfehlen. Gesagt getan und tatsächlich ergattern wir einen der Plätze direkt an der Promenade, mit Blick auf den Jachthafen. So sehen wir den ganzen Abend über, die noch später hereinkommenden Segler einen Platz suchen und etliche Anlegemanöver. Der Abend ist schön und lau, so sitzen wir auf der Bank vor unserem El Burrito, Trinken Rotwein und bewundern den Sonnenuntergang mit einem wunderschönen Farbenspiel am Himmel.

28.06.2017 Mittwoch, Golfen in Vallda

Wir lassen uns Zeit, frühstücken gemütlich draußen mit frischen Brötchen und beobachten die Segler beim Ablegen.

Varberg hat noch mehr zu bieten und wir erkunden zu Fuß die Umgebung insbesondere die Burg mit langer bewegter Geschichte.

Mittags rollen wir langsam aus dem Hafen und fahren Richtung Norden. Nach nicht mal einer Stunde Fahrt sind wir in Vallda (nahe Kungsbacka) und wollen hier auf einem schönen Golfplatz eine Runde drehen. Reserviert haben wir bereits, aber erst für eine späte Startzeit. Der Parkplatz ist gerammelt voll und wir wundern uns, was wohl hier los ist. Tatsächlich können wir sogar zu einer früheren Startzeit los, allerdings nicht allein. Wir spielen mit 2 Jugendlichen mit Handicap 0,7 und 1,7 was uns zunächst sehr irritiert, aber die beiden sind super nett und integrieren uns. Es stellt sich heraus, dass sie auf einer Proberunde sind für ein landesweites Turnier von morgen bis Sonntag! Das sind schwedische Meisterschaften der Jugend! Haben wir ein Glück, denn die nächsten 4 Tage hätten wir hier nicht spielen können. Der Platz ist wie ein Linkscourse und einzigartig in Schweden, so hören wir von den Jugendlichen aus Linköping (mit dem Zug angereist!). Susi ist noch immer etwas abgeschreckt ob der Professionalität der Beiden, ich staune bei allen Schlägen, was die Jungs draufhaben. Alles aus 100m trifft das Grün im Umkreis von 2m, alles aus 250m wird konsequent aufs Grün gespielt. Es wird eine interessante Runde auf einem tollen Platz!

Wegen des Turniers können wir nicht am Golfplatz übernachten und fahren ein paar Kilometer weiter in ein verschlafenes Küstennest und stehen auf einem Stellplatz neben der Marina. Ein herrlicher einsamer Abend mit Blick auf die Bucht! Alle möglichen Vögel und auch eine Robbe können wir auf dem abendlichen Wasser entdecken!

29.06.2017 Donnerstag

Heute geht’s nach Göteborg, eine Stadttour! Wir landen auf einem stadtnahen Stellplatz, wieder von unserer APP und fahren mit den Rädern in die Innenstadt. Der Wind bläst uns ins Gesicht und wir müssen kräftig strampeln, um vorwärts zu kommen. Aber der Rückweg wird dann um so einfacher. Wir belohnen uns mit einem Kaffee am Hafen gegenüber der Oper. Die kulinarische Markthalle ist ein Höhepunkt und wir essen den Klassiker: Köttbülar. Ein wenig shoppen und der Besuch des Arbeiterviertels Haga runden den Rundgang ab.

Der Stellplatz ist ohne weitere Infrastruktur und auch sonst uninteressant, daher verlassen wir Göteborg und fahren weiter nach Norden. In Marstand finden wir einen guten Stellplatz, wieder direkt am Wasser, allerdings stürmt es mal wieder, daher ist es draußen nicht sehr einladend. Susi macht einen Erkundungsspaziergang, ich muss mich drinnen erholen von einem Allergie Schub!

30.06.2017 Freitag

Heute wollen wir es etwas ruhiger angehen lassen und fahren gemütlich Richtung Norden. In Strömstad ergänzen wir unsere Vorräte in einem Supermarkt gemeinsam mit hunderten Norwegern, welche das vergleichsweise günstige Schweden ausnutzten!

Ein paar Kilometer weiter gehen wir spontan auf den Dynegolfplatz und können sofort spielen, es gibt keine Startzeiten! Fast allein, bei herrlichem Sonnenschein genießen wir eine Runde Golf! Der Platz erweist sich als sehr bergig, was unsere Waden stärkt! Im Prinzip gehen die ersten 9 Löcher eine Bergschlucht hinauf und die zweiten 9 wieder hinunter, aber sehr gut und teilweise herausfordernd arrangiert.

Ganz in der Nähe können wir auf einem Campingplatz über Nacht stehen, der sich als gar nicht so übel herausstellt. Wir finden einen freien Flecken zwischen Dauercampern mit freiem Blick auf das Wasser…:)

1.7.2017 Samstag

Wir verlassen Schweden mit dem Ziel Oslo, was wir nach ca 1,5h und buchen uns in einem Campingplatz in der Stadt ein. Der ist riesig, und erstmalig müssen wir bei der Rezeption Schlange stehen. Aber ein schönes Plätzchen ist schnell gefunden, sogar mit Blick auf die Stadt. Ich mache die Räder klar und los geht die wilde Fahrt, im wahrsten Sinnes des Wortes, denn der Campingplatz liegt oberhalb der Innenstadt und wir sausen nur runter! In den nächsten Stunden erkunden wir Oslo mit dem Rad und zu Fuß. Wir erleben viele verschiedene Stadtteile und tolle Momente, wieder mal bei bestem Sommerwetter. Es scheint, das ganz Oslo unterwegs ist, kein Wunder an einem sonnigen Samstag Abend. Nach einem Bier in einer JazzBar machen wir uns auf den beschwerlichen Rückweg, den wir wieder erwarten tatsächlich schaffen!! Erst gegen 23:15 treffen wir wieder dort ein und es ist noch nicht dunkel!!!

2.7.2017 Sonntag

Bevor wir Oslo verlassen, wollen wir noch zum Holmenkollen und die Schanze besichtigen und den angeblich sensationellen Blick über die Sadt genießen. Leider präsentiert sich Oslo heute morgen wolkenverhangen und kühl, ganz im Gegensatz zu gestern.

Also lassen wir uns ein wenig Zeit und brechen etwas später auf, genau richtig wie sich bei der Ankunft am Holmenkollen zeigt. Die Sonne kommt heraus und wir haben eine einmalige Übersicht von ganz oben. Respekt sollte man den Springern zollen, denn der Absprungbereich in luftiger Höhe ist absolut angsteinflößend.

Aber dann verlassen wir Oslo mit dem Ziel die Hochebene Hardanger Vidda zu besuchen. Mit den Entfernungen haben wir uns etwas verschätzt, den in den letzten Tagen sind wir ja immer nur ein paar Kilometer nordwärts die Schwedische Küste hochgefahren. Nun liegen ca. 300km vor uns und die ziehen sich hin, da man ja nicht immer so schnell fahren darf und auch nicht will. Mehrfach auf dem Weg ändert sich das Landschaftsbild. Zunächst fahren wir durch waldige Hügellandschaften, bis dann fjordähnliche Seen erscheinen, an deren Ufern wir uns entlangmeandern. Dann geht es ins Gebirge mit erheblichen Steigungen und das Wetter ändert sich. Mit 24 Grad und Sonne sind wir in Oslo gestartet, letztlich sind es auf über 1200m nur noch 6 Grad und es regnet. Selbst die kargen kleinen Birken verschwinden in der Hochebene und es bleibt ein Bild von Felsen, moosbewachsenen Steinen, Gräsern und Seen, abwechselnd immer wieder von Schneefeldern gesäumt. Irgendwann geben wir auf und stellen uns neben der Straße auf einen Parkplatz und übernachten dort…mit Heizung versteht sich!

3.7.2017 Montag

Der nächste Morgen zeigt sich vom Wetter her versöhnlich und wir brechen auf nach Voringvoss, um einen Wasserfall zu bestaunen. Wieder mal im richtigen Moment kommt die Sonne auch durch und wir können tolle Fotos machen und eine kleine Wanderung oberhalb des Wasserfalls.

Das ursprüngliche Ziel Eidford erweist sich als nicht lohnenswert und wir fahren weiter um eine Wanderung zu weiteren Wasserfällen der Hardanger Vidda zu machen. In Kinsarvik lassen wir das Auto stehen und beginnen einen steilen Aufstieg direkt neben einer Wasserröhre eines (betagten) Wasserkraftwerks. Mühsam schleppen wir uns den steilen Pfad nach oben, werden aber mit einmaligen Blicken auf mehrere Wasserfälle belohnt. Glücklicherweise entdecken wir eine etwas abseits gelegenen Zufahrtsweg, den wir dann für den Abstieg wählen. Bereits auf dem Hinweg haben wir uns einen kleinen Campingplatz gemerkt, den wir nun ansteuern. Es gibt keine Rezeption, statt dessen kommt jemand einfach rum zum kassieren. Der Campingplatz besteht aus einer malerisch am Fjord gelegenen Wiese mit WC und Duche. Es treffen auch nach uns noch verschiedene Reisende ein. (Radfahrer, Motorradfahrer, Camper so wie wir und Leute mit Zelt)

4.7.2017 Dienstag

Unser Weg führt uns nun nach Flam, wo die steilste Bahn auf Normalgleisen ihren Weg durch ein enges Tal findet. Nach schöner Fahrt an Fjorden und hohen Bergen vorbei gelangen wir bei bestem Wetter nach Flam. Leider ist das eine der am stärksten frequentierten Attraktionen Norwegens und wir bekommen nur noch Tickets für 18:40 Uhr. Dennoch wollen wir uns das nicht entgehen lassen und warten direkt am Fjord in unseren gemütlichen Campingstühlen.

Endlich ist es dann soweit und wir fahren mit der Flambahn bis nach Myrdal und dann wieder zurück. Der Zug ist voll von Japanern und Amerikanern, die dann auch bei den besten Ausblicken wie die Wilden fotografieren und filmen. Die Bahn hält auch extra an den besonders schönen Stellen und man kann sogar für ein paar Fotos aussteigen. 1940 wurde dieser Bahnabschnitt erstmalig eröffnet und bildet das fehlende Verbindungsstück zwischen Oslo und Bergen. Nach den fantastischen Erlebnissen der letzten Tage, finden wir die Kulisse im Flamtal nicht mehr ganz so genial wie viele unserer Mitreisenden.

Spät sind wir zurück und wollen aber auf keinen Fall in Flam am Campingplatz bleiben, denn dieser ist rappel voll und riesig. Also fahren wir noch ein Stück und bleiben wieder einmal an einem ganz kleinen fast leeren Campingplatz stehen und genießen die Ruhe!

5.7.2017 Mittwoch

Heute geht es nach Bergen, der regenreichsten Stadt in Norwegen. Ganz untypisch für Bergen zeichnet sich wieder ein sonniger Tag ab! Leider gibt es in Bergen nur Parkhäuser für PKW aber keine Stellplätze für Camper. An der Touristinformation erhalten wir die Bestätigung, dass man nur außerhalb des Zentrums stehen kann. Ein Vorteil hat das Ganze, wir können mit der Trambahn direkt ins Zentrum fahren. Bergen ist schön, aber voll. Es scheint so, als ob jeder draußen ist, um die seltene Sonne zu genießen. Außerdem findet ein Konzert einer uns unbekannten Teeneeband mitten in Bergen statt und dadurch ist zusätzlich richtig was los. Wir schlendern durch Brüggen, das alte Holzhausviertel, was als Unesco Weltkulturerbe anerkannt wurde. Bezaubernde kleine Gassen am Berghang abseits der Touistenstöme bleiben und in guter Erinnerung.Am schönsten fanden wir den Ausblick vom Hausberg Floyen, zu dem wir uns das Seilbahnticket gönnen.

Am berühmten „Fischmarkt“ gibt’s dann lecker Fisch und damit runden wir unser Bergenprogramm ab. Wir beschließen auf diesem Parkplatz auch zu nächtigen und morgen dann zeitig nach Norden aufzubrechen.

6.7.2017 Donnerstag

Heute wird viel gefahren, denn es geht wieder in die Berge. Vorbei an spiegelglatten Bergseen, mit mehreren Fjordquerungen geht es bis hinauf in Jostetal. Dort wollen wir morgen eine Wanderung zu den Gletscherzungen machen. Wieder können wir uns ein schönes Plätzchen auf dem spärlich besuchten Campingplatz aussuchen. Die Chefin hat 30 Jahre als Krankenschwester gearbeitet und betreibt den Platz mit Herzblut und kümmert sich rührend um alle Gäste. So erhalten wir auch gratis eine Tourenberatung für morgen (und ggf. weitere Tage).

7.7.2017 Freitag

Die Tour, die wir uns ausgesucht haben, beginnt an einem ca. 5km entfernten Parkplatz, der einfach mit den Rädern erreichbar sein soll. Wir müssen nach 300m absteigen und schieben, so steil geht es bergan…(oder wir sind nicht fit genug!!). Aber dann können wir dennoch die weitere Fahrt in das wilde Tal bewältigen und sehen den Bergbauern der spärlichen Gehöfte beim Heumachen zu.

Dann beginnt die Wanderung zu den Gletscherzungen, immer die gewaltige Bergfront im Blick. Man verschätzt sich leicht mit der ungewöhnlichen Perspektive und es dauert doch noch über eine Stunde, bis wir das Ende des Weges erreicht haben. Drei verschiedene Zungen lugen vom zentralen riesigen Gletscher zu uns herab. Erschreckend sichtbar werden glattgeschliffene Wände, die vom Zurückweichen der Gletscher zeugen. Leider wird das Wetter nun schlechter und zu einem kalten Wind spüren wir vereinzelte Tropfen vom verhangenen Himmel fallen.

Wir kommen noch trocken zurück zum Campingplatz auf dem wir auch heute Nacht verbringen wollen,bevor es sich dann einregnet und mit wenigen Unterbrechungen die ganze Nacht regnet!

8.7.2017 Samstag

Unser erster verregneter Tag scheint sich anzubahnen. Im regen bauen wir alles ab, auch die Markise muss leider nass eingerollt werden. Langsam klart es ein wenig auf, als wir ins Tal fahren und daher entscheiden wir uns für eine Bergroute nach Lom. Wir geraten in ein Fahrradrennen, was in der entgegengesetzten Richtung ausgetragen wird. Die (armen) Teilnehmer müssen bis auf 1400m Höhe hinauf, wo Wolken, Regen und 6grad Außentemperatur für zusätzliche Herausforderungen sorgen. Dies hätte bei schönem Wetter eine Tour mit tollen Ausblicken werden können…

Lom belohnt uns mit einer bekannten Bäckerei, in der wir erst mal einen Kaffee trinken und uns Leckereien des Bäckers schmecken lassen.

Weiter geht’s Richtung Geiranger, wieder wolkenverhangen bergauf und bergab. Kurz vor Geiranger sehen wir einen kleinen fast verlassenen Campingplatz und wollen unsere Ruhe!

9.7.2017 Sonntag

Das Wetter ist wieder ein wenig besser und wir freuen uns auf die Fjordfahrt auf dem Geiranger Fjord. Zügig ist die letzte Strecke bis Geiranger mit starkem Gefälle erledigt. Wir stellen uns in die Warteschlange für die Fähre und haben mal wieder Glück, in 30 min ist Abfahrt der nächsten Fähre (die nur 8 x am Tag ) nach Hellesylt. Die Fahrt ist einzigartig, mit Wasserfällen, steilen Bergwänden und den ganzen Japanern an Bord der Fähre! Interessanterweise gibt es zu den Hauptattraktionen auf dem Weg eine viersprachige Erklärung über Lautsprecher (Norwegisch, Englisch, Deutsch, Spanisch).

Nach rund einer Stunde Fahrt kommen wir in Hellesylt an und können unsere Reise nach Norden fortsetzen. Unser nächstes Ziel ist Alesund, was wir erst nach 2 weiteren Fjordquerungen erreichen können. Es gibt in Alesund keine gute Möglichkeit mit dem Camper zu Übernachten, daher entschliessen wir uns nochmal ca 40 km weiterzufahren. Wir werden belohnt und stehen ganz romantisch direkt am Fjord auf einem kleinen und nicht stark frequentierten Platz. Wir genießen den Abend mit einem fantastischen Sonnenuntergang und einem Glas Wein.

10.07.2017 Montag

Was sollen wir machen, heute ist ein schöner Tag, aber danach kommen mehrere richtig schlechte Tage von der Wettervorhersage. Also lautet der Plan, so schnell wie möglich nach Trondheim zu fahren und Trondheim bei gutem Wetter noch zu erleben.

Nach einem gemütlichen Frühstücken draussen in der Sonne brechen wir auf und fahren gen Norden. Wieder einmal wird die Reise durch 2 Fjordquerungen „aufgelockert“. Wir können uns gar nicht sattsehen an den Ausblicken von den Ufern der Fjorde auf die schneebedeckten Berge, auf die steilen Hänge mit ihren entzückenden Häuschen und den sich ständig neu ergebenden Blicken entlang der Strasse nach vorn. Da wir das steile Gebirge nun verlassen haben geht es auch zügig vorwärts und wir erreichen Trondheim gegen 16:30Uhr. Mal wieder mit Riesenglück bekommen wir den letzten Platz auf dem Stellplatz mitten in Trondheim. Also, ab jetzt alles zu Fuss zu erreichen. Das Wetter ist superschön und wir können neben den Sehenswürdigkeiten sogar draußen essen! Nach einem entspannten Spaziergang sind wir gegen 21Uhr wieder am Camper und relaxen beim Montagskrimi! Der Platz ist nicht schön und hat keinerlei Infrastruktur, also werden wir morgen früh abhauen!

11.07.2017 Dienstag

In der Nacht hat es angefangen zu regnen und es wird hier die nächsten Tage so bleiben. Also fahren wir heute weiter in Richtung Schweden. Noch in Trondheim besorgen wir uns unser Frühstück und vertanken die letzten Kronen. Der Tag zieht sich und erst gegen 14Uhr machen wir eine längere Pause in Östersund. Im Richtigen Moment kommt die Sonne heraus und wir können draussen essen. Wieder finden wir einen kleinen Stellplatz mit „Marina“ etwas abseits, einfach, ruhig und eine heiße Dusche ist genau die richtige Mischung nach einen langen Fahrtag!

12.07.2017 Mittwoch

Heute machen wir Stecke gen Süden. Die gut ausgebauten schwedischen Landstrassen machen ein entspanntes Cruisen bei 90-100Km/h möglich. Ganz anders als im bergigen Norwegen kommen wir gut voran. Durch scheinbar endlose Wälder führt der Weg ohne größere Städte gen Süden. Und hier passiert es dann: Vor uns geht ein ELCH gemächlich über die Straße. Als wir an der Stelle angekommen sind, ist nichts mehr von ihm zu sehen. In der gleichen Gegend bekommen wir ein paar Hirsche/ Rentiere am Straßenrand zu sehen, eins davon ist sogar schneeweiß (ein Albino?). Kurze aufregenden Augenblicke in Stunden der Fahrt durch riesige Waldgebiete. In Mora machen wir Pause, aber dann geht es noch weiter runter bis in die Nähe von Karlstadt, wo wir morgen eine Runde Golf spielen wollen. Angekommen am Golfplatz sind sogar extra Plätze für Camper eingerichtet. Gerade noch vor „Ladenschluss“ erwischen wir jemanden im Proshop, der uns ganz entspannt mitteilt, wir können morgen früh auch ohne Startzeit auf die Runde gehen und wenn wir wieder da sind, dann sollen wir bezahlen kommen…undenkbar in good old Germany! Kurz vor Sonnenuntergang liefern wir uns noch ein Puttduell auf dem Puttinggrün!

13.07.2017 Donnerstag

Ein schöner Tag kündigt sich an und wir sind um kurz nach 8Uhr bereits auf der Runde. Die ist wirklich kurios, da sich der Platz so bedeutend verändert zwischen den ersten 9 Löchern und den zweiten 9 Löchern. Zunächst sind wir in etlichen Waldschneisen unterwegs, was uns beiden überhaupt nicht liegt, dann öffnet sich der Platz und wir spielen in einer Art Parklandschaft weiter und auch wesentlich besser. Susi spielt unter Applaus der einheimischen weiblichen Golfbevölkerung ihr drittes Birdie in diesem Urlaub.

Nach einer erfrischenden Dusche fahren wir weiter gen Süden und wollen nochmal in Varberg golfen, wenn das Wetter morgen mitspielt. Länger als gedacht, durch Göteborg hindurch suchen wir den Weg bis zum Golfclub. Dort angekommen stellen wir fest, dass morgen ein Turnier gespielt wird, was eine Runde für uns unmöglich macht. Also suchen wir im Internet (WLan des Golfclubs) nach einem weiterem Club in der Nähe. Nach ca. 15 km sind wir dann am Ziel und checken mal die Lage. Es ist keinem mehr an der Rezeption, aber Golfer die von ihrer Abendrunde zurück kommen versichern uns, dass wir auf dem Parkplatz übernachten können.

14.07.2017 Freitag

Wieder starten wir gegen 8Uhr ohne Startzeit und ohne Bezahlung! Auch ein schöner Platz, eher offen mit interessanten zweiten 9 Löchern mit Schluchten und einigem Gefälle! Danach werden wir von einem entspannten Besitzer in Empfang genommen, bei dem wir dann unsere „Schuld“ begleichen. Wieder Duschen und ab gen Süden, Ziel ist die Marina in Malmö, die einige Stellplätze für Camper hat. Es ist noch etwas frei und wir suchen ein schönes Restaurant für ein letztes Abendessen. Wir finden etwas, aber vertun uns in der Wahl der Gerichte…schade war nur so medium! Der Abend belohnt uns aber noch mit einem fantastischen Sonnenuntergang den wir mit Blick auf Kopenhagen bewundern.

15.07.2017 Samstag

Unerwartet sonnig begrüßt uns unser letzter Reisetag. Spontan entscheiden wir uns nach einem gemütlichen Frühstück, doch noch nach Kopenhagen zu fahren und in der Innenstadt ein paar Stunden zu verbringen. Ein Schock ist der Preis für die Überfahrt der Öhresundbrücke: 108 Euro!??! Mit ein wenig Suchen finden wir in der Innenstadt ein Parkplatz, wo wir El Burrito stehen lassen können. Hier wieder ein interessantes Bezahlsystem: Am Parkautomaten geben wir unser Kennzeichen an und zahlen für 3 Stunden. Kein Zettel, nix! Die „Parkwächter“ geben einfach das Kennzeichen ein und sehen online sofort, wer bezahlt hat und wer nicht!

NewHavn begeistert uns und wir genießen bei bestem Wetter ein paar Stunden mitten in Kopenhagen.

Dann wird es Zeit und wir cruisen zurück nach Escheburg!

 


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