Ein großer Dieseltank war schon lange in der Planung, aber bisher noch nicht dringend notwendig. Außerdem traue ich mich nicht so recht an das Thema heran.
Aber ein kurzer Besuch bei Bertram von „Tanknology“ beflügelt mich. Er hat noch einen Tank als Messestück bei sich stehen, der bisher keinem „gepasst“ hat, aber bei mir scheint er zu passen:



Wir halten den Tank einmal ans Fahrzeug und der Deal ist perfekt. Bertram macht noch ein paar Änderungen (z.B. Verlegung der Tankentlüftung) und dann kann ich den Tank abholen.
In der Zwischenzeit habe ich Tankkonsolen und die Tankgebereinheit bestellt, aber beides muss entsprechend dem Tank angepasst werden:

Die Konsolen sind zu hoch und zu breit, also muss Herr Busse hier einmal nachhelfen. Auch kann er dann die Spannbänder aus Stahl entsprechend kürzen, so dass alles wieder zusammenpasst!

Beim Tankgeber konnte ich zwar die Ansaugung einfach ändern, in dem ich die Rohre entsprechend der Tiefe des Tanks gekürzt habe, aber beim Schwimmer ging das nicht, also musste eine andere Idee her und ich bin auf das Umbiegen gekommen. Das hat gerade noch so durch die Öffnung gepasst, Schwein gehabt.
Für den Austausch der Tanks benötige ich noch Dieselschlauch und einige Schlauchkupplungen. Da der Umbau erst nach dem Urlaub im September stattfinden soll, kann ich das jetzt in Ruhe alles besorgen, was bei den Kupplungen gar nicht so einfach war.


Nach dem Umbau der Konsolen, mache ich ein „Trockenlauf“ und muss tatsächlich noch 2 Löcher neu bohren, damit alles passt. Dann sprühe ich die Konsolen mit mehreren Lagen schwarzen Lack, damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen.
Damit ich nach dem Umbau die Leitungen alle wieder korrekt anschließen kann, versuche ich mir klar zu machen, welche Leitung Vorlauf und welche Rücklauf ist. Dazu liege ich unterm Womo und versuche die Leitungen zu verfolgen und mir zu überlegen, wo ich am besten die neuen Schläuche anbringen kann. Dabei finde ich neben der von mir angebrachten Dieselleitung für die Truma-Heizung noch eine weitere Entnahme, mit der ich nicht gerechnet hatte. Nach kurzer Recherche ist klar, das dies die Leitung für die Standheizung im Fahrerhaus ist!

Jetzt erst wird mir auch klar, dass Vorlauf und Rücklauf verschiedene Abmessungen haben und ich muss nochmal Adapter bestellen. Der Abgang für die Standheizung ist nochmal anders und so klein, dass ich kein passenden Adapter finden kann. Am Ende konstruiere ich das Teil selbst und Drucke das mit meinem 3D Drucker aus! Erst einmal brauche ich noch ein T-Stück für die Leitung zur Truma, damit ich die Standheizung auch versorgen kann, denn der neue Tankgeber hat nur einen Nebenabzweig. Auch hier muss ich auf verschiedenen Schlauchdurchmesser achten, gibt es aber glücklicherweise alles!
Jetzt wird es ernst, ich baue den alten Tank aus, auch gar nicht so einfach…



Ab jetzt kann ich das Womo nicht mehr bewegen, bis nicht erfolgreich der neue Tank installiert ist (oder der Alte zurückgebaut wurde!)
Die neuen Tankkonsolen baue ich als erstes ein und habe für die Befestigung extra belastungsfähige Schrauben in 12mm gekauft (12.9 Festigkeit). Unter dem Auto mit einigen Verrenkungen schaffe ich es die Konsolen dann auch mit 130nm festzuziehen! Jetzt schnell den Tank reinlagen und fertig?

Erste Anprobe sieht ganz gut aus, aber der Tank stößt an einer Stelle noch an die Auflager für die Kabine an. Das sind aber nur Millimeter und ich flexe das kurzerhand weg!

Noch bevor wir dann den Tank einbauen, frage ich mich, wie ich denn genügend Diesel in den Tank bekommen soll, damit ich starten kann, denn meine Auffahrt ist nicht 100% eben!
Mein Neffe Pattrick hilft mir den Rest Diesel aus dem alten Tank in einen Kanister zu füllen und die ca. 15L gieße ich dann direkt in die Öffnung vom Tankgeber. Darunter befindet sich ein Sumpf, aus dem der Diesel bei Schräglage nicht mehr weglaufen kann. Dann den Tankgeber wieder einbauen, denn unter dem Womo kann ich das nicht mehr mache. Dann wuchten wir zusammen den Tank auf die Konsolen und es passt!

Jetzt die Spannbänder anbringen, was tatsächlich auch passt, dank dem „Trockenlauf“. Vorsichtig erhöhe ich das Drehmoment, bis ich bei 60nm aufhöre.
Jetzt noch die Anschlüsse und Schläuche mit dem Tankgeber verbinden, dann kann ich das erste Mal den Zündschlüssel umdrehen…und die Dieselpumpe fiept, bis die Luft aus den Schläuchen raus ist und der richtige Druck aufgebaut wurde…und er springt gleich an, was für eine Erleichterung!!!

Nach dieser Aktion fahren wir erst einmal tanken und prüfen, ob alles soweit hält. Sieht gut aus!
Einen Monat später habe ich den Tank von der Dekra bei IVECO Schliephake prüfen lassen und ein Gutachten erhalten. Das wurde jetzt bei der Zulassungsstelle in den Fahrzeugschein eingetragen, damit ist die Aktion Tankumbau erfolgreich abgeschlossen!
