Chile: Insel Chiloe und erster Teil der Carretera Austral, 25.2.-3.3. – Unterwegs mit "El Burrito"
 

Chile: Insel Chiloe und erster Teil der Carretera Austral, 25.2.-3.3.

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Auf Chiloe und ein Stueck der Carretera Austral…

25.02.2019 Montag/  Reisetag 128, Chiloe, nahe Pumillahue

Frueh geht es los, denn wir wollen das mit dem Ticket in Puerto Montt erledigen. Bei schoenstem Wetter gleitet die liebliche Landschaft rund um den See an uns vorbei, selbst die Vulkane auf der anderen Seite des Sees sind nun zu sehen und nicht mehr unter Wolken versteckt. Obwohl nur ca. 2600 m hoch, koennen wir die Spitze mit weissem Schnee ausmachen!

Im Hafenbuero geht alles glatt und wir haben die Ueberfahrt von Chiloe nach Chaiten fuer Donnerstag fest gebucht. Erleichtert fahren wir weiter und flugs sind wir auch schon auf der Faehre nach Chiloe. Haben ganz vergessen zu tanken, das wird bestimmt teuer auf der Insel. Kurz nach der Landung sind wir auch schon in Ancud, der belebtesten Stadt im Norden der Insel. Der Tank wurde dort auch wieder aufgefuellt, sogar billiger als in Puero Montt, wir wundern uns. Dann besorgen wir uns noch Bargeld und stellen fest, dass der Tag ja gerade mal halb rum ist, also was nun?
Von Ancud aus nach Westen gibt es an der Kueste einige Piguinkolonien zu besichtigen, das machen wir jetzt.

Bei strahlendem Sonnenschenschein besteigen wir das Boot, was uns -mit Erklaerungen zu den verschiedenen Arten- nur wenige Meter von den putzigen Tierchen entfernt an der rauhen Felsenkueste vorbeifuehrt.

Wir haengen noch einen Stranspaziergang dran, bis wir dann lecker Fisch in einem Standrestaurant essen.

Ich entdecke in der Naehe noch einen Campingplatz und wir fahren hin, um dort fast allein mit sensationellem Blick ueber den Ozean zu stehen. Der Wind weht heftig, ich richte El Burrito mit der Schnauze in den Wind aus, so dass wir nicht durchgeschuettelt werden. Wir machen noch einen Spaziergang in der Umbegung und erleben einen wunderbaren Sonnenuntergang.

26.02.2019 Dienstag/  Reisetag 129, Quiloe, nahe Quinchao

Nach einer sehr ruhigen und erholsamen Nacht beginnt wieder ein wunderbarer sonniger Tag. Dies ist fuer diese Jahreszeit hier sehr ungewoenlich und wir wissen es sehr zu schaetzen!

Noch im Westen der Insel besuchen wir ein kleines Fischerdorf und dann sehe ich es mal wieder…wir haben einen Platten! Dieses Mal nicht ploetzlich, sondern langsam, so dass ich das beim Fahren nicht bemerkt hatte.

In Rekordzeit wechseln wir den Ersatzreifen auf die defekte Stelle und binnen 1 Stunde haben wir den auch wieder reparieren lassen in  einer Werkstatt in Ancud. Dieses Mal war der kleine Nagel noch drin, einfach nur Pech!

Nun fahren wir einige kleine und sehr idyllische Orte im Osten der Insel ab, die uns zunehmend gut gefaellt. Die Insel ist mit Huegeln uebersaeht, so dass die guten Strassen  staendig auf und ab gehen. Von der Hauptinsel lassen wir uns noch auf eine kleinere Insel uebersetzen (Isla Quinchao). Hier soll es, abseits der Hauptroute schoene Campingplaetze geben. Leider finden wir keinen, bzw die sind nicht besetzt, oder wir kommen mit El Burrito nicht drauf. Also fahren wir einfach an die Kueste und stehen am Ufer vor einer Schule direkt am Ufer. Flugs die Stuehle raus und noch die Sonne beim Untergehen bewundern, sehr, sehr schoen!

 

27.02.2019 Mittwoch/  Reisetag 130, Quellon

Wir kurven die kleine Insel wieder zurueck und lassen uns wieder auf die Hauptinsel uebersetzen. Im naechsten groesseren Ort nehmen wir eine Abzweigung, um zu Marions Cafe zu gelangen, was aber kein Cafe mehr ist und auch geschlossen hat, leider. Daher goennen wir uns den Kaffee und einen Kuchen in Casto, der Haupttadt der Insel. Wir besuchen noch die Kirche, die erst 1930 im gleichen Stil wie die uebrign Inselkirchen gebaut wurde und innen komplett mit honigfarbenen Holz verkleidet wurde. Dann bestaunen wir noch ein paar Pfahlbauten direkt am Wasser, die auf uns aber schon ein wenig heruntergekommen wirken!

Weiter geht es in den Sueden der Insel, die nun nicht mehr so schoen aussieht. Quellon ist auch keine Offenbarung, als wir hindurchfahren und daher beschliessen wir, am anderen Ende der Bucht, am Parkplatz des Denkmals zum Ende (Start) des Pan Amerikanischen Highways zu warten. Dort kann man nett sitzen und die ganze Bucht mit allen Booten, die den Hafen verlassen oder in den Hafen fahren bewundern. Wir bleiben einfach dort am Strand ueber Nacht stehen, denn die Nacht wird kurz!

 

28.02.2019 Donnerstag/  Reisetag 131, Chaiten

Der Wecker geht um 3:30, denn wir wollen um kurz nach 4 am Pier fuer die Faehre sein. Tatsaechlich sind wir die ersten dort und erfahren bald von weiteren wartenden, dass die Faehre wohl 2 Stunden verspaetung hat. Das bedeutet 4 Stunden warten!!! Nach einem Kaffee kann ich auch nicht mehr schlafen und wir bewundern einen sehr farbintensiven Sonnenaufgang.

Letztendlich faehrt die Faehre um 9 Uhr statt um 6 Uhr dann los! Die Ueberfahrt ist ruhig, wir sitzen ganz vorne und bewundern die Berge am Horizont der Carreterra Austral. Darunter befindet sich eine Wolkenschicht, die das Ganze etwas mystisch erscheinen laesst. In Chaiten sind wir dann unter dieer Wolkendecke und es regnet zeitweilig.

Wir treffen noch 2 Motorradfahrer, die wir schon in Las Lajas gesehn haben und laden sie auf eine Flasche Wein zu uns in den Camper ein. Es wird ein sehr netter Abend mit dem Paerchen aus Holland, die bereits seit 9 Monaten die gesamte Panamericana herunterfahren, Respekt!

 

01.03.2019 Freitag/  Reisetag 132, Puyuhapi

Die Nacht war ruhig -wir haben gut geschlafen-, also brechen wir mit guter Laune auf, um die ersten Kilometer auf der Carretera Austral zu erobern. Nach gut 20 km kommt der Pumalin Nationalpark, der vom Gruender von North Face hier eingerichtet wurde, nachdem er ein riesiges Waldgebiet gekauft hatte, um es vor der Abholzung zu bewahren. Wir machen eine sehr schoene Wanderung in dem Park, die ungewollt etwas laenger ausfaellt, als geplant, da es kaum Wanderweg Ausschilderungen gibt. Aber wir geniessen es endlich mal wieder rauf und runter zu wandern, am Ende mit Blick ueber das ganze Tal, was leider etwas wolkenverhangen vor uns liegt.

Die Carretera Austral ist hier noch eine sehr schone und neue Asphaltstrasse, auf der das Cruisen in dieser Berglandschaft einfach super ist. Manchmal wundern wir uns ueber einige Aussichtspunkte, weil es da ja gar nichts zu sehen gibt, bis wir merken, dass die schneebedekten Berge in den Wolken versteckt sind. Teilweise koennen wir dann doch einen Blick erhaschen und sehen auch Gletscher, was wirklich besonders ist, denn die Berge sind ja gerade mal 2000m hoch!

In einem kleinen Ort Namens Junta wollen wir unbdingt etwas essen, was uns in Form von riesigen Sandwiches (lecker) auch gelingt. Dagegen ist der Campingplatz so klein, dass wir auf der Strasse davor stehen muessten. Das wollen wir nicht und fahren weiter. Letzendlich finden wir einen sehr schonen Platz direkt am Ufer des Fjords von Puyuhai. Wieder mal campen wir wild, sehr romantisch!

 

02.03.2019 Samstag/  Reisetag 133, Las Torres del Simpson

Der Fjord praesentiert sich fast wie ein Spiegel, kein Lueftchen ruehrt sich. Die Wolken haengen wieder tief, es wird wohl wieder ein verhangener Tag. Dennoch fahren wir wenige Kilometer suedlich von Puyuhuapi in den Nationalpark von Queulat und machen eine tolle Wanderung zu einem Aussichtspunkt auf einen haengenden Gletscher (Ventisquero Colgante). Zunaechst schlaengelt sich der enge Pfad in einem urwaldaehnlichem Waldstueck nach oben. Anstrengend steil geht es ueber Stock und Stein und wir spueren unsere Oberschenkel noch von gestern! Dann oeffnet sich der Blick auf eine glatte Felswand ueber der ein Stueck Gletscher sichtbar wird. Zwei Wasserfaelle ergiessen sich mit Schmelzwasser in einen sehr gruenen Gletschersee unterhalb der Felswand. Ein toller Anblick!

Wir treffen dort oben auf eine junge Frau aus Muenster, die allein mit dem Fahrrad unterwegs ist! Sie hat in Ushuaja angefangen und will bis Alaska radeln, das ist wirklich bewundernswert. Selbst dieses Stueckchen Carreterra Austral geht zwar in den Taelern entlang, aber geht immer rauf und runter und grosse Teile der Strecke sind nicht asphaltiert. Erstaunlich viele Radfahrer sind heir unterwegs, in beide Richtungen. Da fuehlt man sich wie Grufties auf Luxuscamping-Tour!

Erst am fruehen Nachmittag kommen wir wieder am Parkplatz an und fahren weiter. Wir hatten Glueck und kein Regen auf der Wanderung. Pech ist, dass wir diese fazinierende Landschaft nicht bei schoenem Wetter erleben koennen. So rollen wir an Fjorden und Seen vorbei -was uns etwas an Norwegen erinnert-, immer das satte Gruen der bewaldeten Berge links und rechts im Blick. Die Felder und Weiden der verstreuten Farmen sind uebersaet mit grauen alten Baumstaemmen und Aesten und wir wundern uns was das wohl ist. Dann erinnere ich mich an den Reisefuehrer, der beschreibt, dass die Spuren der Brandrodung der ersten Siedler immer noch sichtbar sind!

Ungefaher 40 km vor der naechsten groesseren Stadt (Coyhaique) finden wir den schoenen Platz von Nacho, wo sich bereits etliche Reisende befinden. Deutsche mit einem riesigen LKW, Schweitzer mit einem ausgebauten Toyota Landcruiser, Hollaender, die mit dem Fahrrad unterwegs sind und Stefan aus Deutschland, der allein mit einem Toyota unterwegs ist. Man trifft sich im grosszuegigen Aufenthaltsraum, der das Zentrum des Campingplatzes darstellt (und Unterschlupf bei Regen bietet).

 

03.03.2019 Sonntag/  Reisetag 134, Las Torres del Simpson

Es regnet, also Ruhetag hier am Campingplatz.

Ein Higlight des Tages ist die Mate Session mit Nacho. Er fuehrt uns in die Geheimnisse des Matetrinkens ein. Das ist unterhaltsam und der  Mate Teebecher macht die Runde und schmeckt besser und besser. Im Aufenthaltsraum sind auch die Radfahrer und andere Reisende, denn keiner hat Lust heute zu reisen.

Wir machen erstmalig die Heitzung tagsueber in El Burrito an, denn der Aufenthaltsraum ist saukalt, wie draussen, nur 10 Grad!


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