Wir fahren am Mittwoch den 18.3. Nachmittags los und wollen rechtzeitig am Freitag in Genua sein, damit wir am Samstag auf die Fähre kommen. Falls irgendetwas unterwegs passieren sollte, haben wir also genügend „Puffer“.
Ein Faktor könnte der St. Bernhardino Pass über die Alpen darstellen, eigentlich sollte er geöffnet sein (also der Tunnel) aber ist März und es könnte ja auch noch mal heftig schneien!
Ein kurzer Boxenstopp am Baumarkt, denn wir brauchen noch etwas für unsere Schneeketten als Verlängerung, das diese bei unserem gestrigen Test nicht gepasst haben!!
Aber dann fahren wir gemütlich 320km bis kurz nach Kassel und übernachten dort an einem Womo Stellplatz mit 3 anderen Fahrzeugen.

Es ist fast dunkel als wir ankommen, aber ich schaue noch einmal ums Auto, ob alles ok ist und entdecke ein Leck an den Dieselleitungen vom neuen Dieseltank. Selbst mit Taschenlampe ist es mir nicht möglich, die Ursache zu ergründen. Mit einem etwas mulmigen Gefühl übernachten wir erst einmal.
Der nächste morgen begrüßt uns mit Sonnenschein und ich habe auch eine Idee, was das Leck verursacht haben könnte….und richtig ich hatte ja erstmals den Tank fast voll gemacht und jetzt schwappt die Brühe bei jedem Bremsen nach vorne, wo auch die Entlüftung ist. Dann drückt es die Entlüftungsleitung nach oben und läuft dann aus. Ich habe den Entlüftungsschlauch in die originale Schlauchleitung die zum Tankeinfüllstutzen geht verlegt, aber die sind wegen der Größenunterschiede nur ineinander gesteckt. Da läuft es nun raus! Eine provisorische Lösung ist den Entlüftungsschlauch erst mal senkrecht nach oben an der Rückwand mit Panzertape zu befestigen und zu schauen, ob das Problem weiterhin besteht.
Wir fahren den ganzen Tag bei bestem Sonnenschein gen Süden, ich hänge mich hinter „flotte“ LKW um Sprit zu sparen. So kommen wir gut voran uns landen am Nachmittag in der Schweiz, kurz hinter der Grenze von Bregenz. Der Stellplatz ist riesig und ein Stück weg von der Autobahnen, das könnte eine ruhige Nacht werden. Wir machen noch einen Spaziergang in das urige Dorf Altstätten, wo wir in einer netten Kneipe noch einen Absacker trinken, bevor es langsam dunkel wir. Übrigens, es ist kein weiterer Diesel ausgelaufen, das scheint das Problem erst mal zu lösen!

Am Freitag morgen kommen wir gegen 8:30 schon los, wieder bei bestem Sonnenschein und nehmen die Strecke zum Pass unter die Räder. Alles läuft problemlos, bis wir in Italien sind, dann kommt sofort ein Boxenstopp mit dem ersten Cappuccino in Italien, herrlich!
Nach weiteren 120 km sind wir bereits um 14Uhr in dem Übernachtungsort angekommen, wo wir uns an einer Pizzeria mit einem Teil der Mitreisenden treffen wollen. Da es aber noch zu früh ist, gehen wir noch „Shoppen“ in einem benachbarten Designer Outlet.
Auf dem Parkplatz der Pizzeria lernen wir dann 3 weitere Pärchen und ihre Reisemobile kennen, bevor wir uns dann die hervorragende Pizza schmecken lassen. Es wird ein ausgelassener erster Abend mit interessanten netten Mitreisenden, die wir langsam kennenlernen.

Am Samstag fahren wir nach einem gemütlichen Frühstück langsam die letzten 50km nach Genua und werden im Hafen schon eingewiesen in die Warteschlange vor dem Schiff. Die anderen Mitreisenden unserer Truppe reihen sich neben und hinter uns ein, aber wir sind erstaunt, wie viele Expeditionsmobile nach Marokko fahren. Schnell stellen wir fest, dass es zum großen Teil auch organisierte Reisen sind. Das bunte Bild wird abgerundet mit „Schrotttransportern“ die von Marokkanern gefahren werden, die zum bersten beladen sind mit allem was man sich nur vorstellen kann. Einige abenteuerlustige Motorradfahrer sind auch dabei. Die Warteschlange läd ein zum defiliren und wir werden mehrfach von anderen Reisenden angesprochen und fachsimplen über unsere Fahrzeuge…
Ein kurzer Besuch bei der nahegelegenen Polizei regelt unser Ausreise, dann sind wir startklar fürs bording! Schnell ist durch die Einweiser der richtige Platz für Elfride gefunden und wir beziehen unsere Kabine. Mit vielen anderen beäugen wir das Ablegemanöver pünktlich um 16Uhr und der olle Kahn verlässt den schmucklosen Hafen von Genua.

Sonntag 22.03.2026
Die See ist ruhig und wir gleiten die ganze Nacht an der Küste entlang, vorbei an Monacco, der französischen Adriaküsten entlang Richtung Barcelona. Den Hafen erreichen wir am Sonntag gegen 11 Uhr und wir versammeln uns alle draußen am Heck, um das Anlegemanöver zu bestaunen.

Montag 23.3.2021
Wir blicken am morgen aus dem Fenster unserer Kabine und schauen auf eine spiegelglatte See, die Sonne scheint bereits und bleibt uns den ganzen Tag erhalten. Wir verbringen die meiste Zeit an Deck in der Sonne und chillen die meiste Zeit, manchmal auch mit anregenden Gespräche mit unseren Mitreisenden.

Durch das gute Wetter ist die Fähre schneller als geplant und wir erreichen Tanger Med bereits 3 Stunden vor dem geplanten Termin. Das ermöglicht uns nicht nur die Einreiseformalitäten zu erledigen, sondern nach dem Geldtauch und dem Erwerb einer Simkarte auch noch ca 1.5 Stunden gen Süden zu fahren, damit die Strecke morgen kürzer ist. Eigentlich mögen wir es nicht, im dunkeln irgendwo an zu kommen, aber in diesem Fall sind wir ja mit 4 LKW unterwegs und meistern die Strecke bis zum Hafen in Assilah gemeinsam. Kurz werden wir von den Parkwächtern eingewiesen, zahle die „Parkgebühr“ und sind dann reif für ein Feierabendbier! Obwohl wir vergleichsweise an diesem Tag wenig anstrengendes gemacht haben, sind wir doch erledigt und froh, dass wir nun wohlbehalten und gut organisiert in Marokko angekommen sind.
Die Nacht wird doch etwas ungewohnt, weil Horden von wilden Hunden immer mal wieder ein Bellkonzert veranstalten und auch der Ruf des Mohezins von der nahegelegenen Medina um 5:30 unseren Schlaf ungewohnter weise unterbricht.
Dienstag 24.03.2026
Pünktlich um 9Uhr stehen wir vor den Autos und machen schon mal ein kleines „Briefing“, wie wir uns die 560 km bis Marrakesch einteilen und vorstellen.

Schnell wird klar, dass wir im Konvoi gemeinsam die Strecke bewältigen wollen. Das bedeutet für die beiden Ivecos, das wir etwas langsamer fahren und so zieht sich die Strecke dann auch hin, immer schön gemütlich mit max 80km/H. Der Vorteil ist, ich habe noch nie so wenig Diesel verbraucht, den ich fahre am Ende der Kolonne direkt hinter einem LKW im Windschatten.
Ein wundersamer grüner Teppich erstreckt sich beiderseits der Autobahn gen Süden und erinnert uns eher an die schottischen Highlands, als an ein steiniges oder wüstenähnliches Marokko. Später erfahren wir, das dies den starken Niederschlägen in den vergangenen Monaten zu verdanken ist und tatsächlich eine sehr seltene Ausnahme darstellt.
mit zwei kurzen Pausen incl. Tank Stopp bewältigen wir gemeinsam die Strecke nach Marrakesch und werden auf dem Campingplatz von Edith und Uli herzlich empfangen.

Die haben schon auf uns gewartet und auch die beiden anderen Mitreisenden sind dort bereits vor uns eingetroffen. Flugs holen wir Stühle, Besteck, Gläser, Getränke aus unseren Campern und versammeln uns vor Ulis Sternchen, wo die Grillparty beginnt. Die Stimmung ist ausgelassen und selbst ein heftiges Gewitter tut der guten Stimmung keinen Abbruch. Nachdem Uli noch eine kurze Ansprache für das Programm der kommenden Tage hält, geht das laute Geschnatter angeregter Unterhaltung unter der Markise noch etliche Zeit weiter, bis wir uns wirklichmüde dann zurückziehen…
Wir sind wirklich erstaunt, wie wir mit für uns vorher fremden Menschen in so kurzer Zeit eine „Vertrautheit“ erschaffen konnten und es fühlt sich an, als wenn wir die Leute schon viel, viel Länger kennen würden. Das stimmt uns hoffnungsvoll, dass wir in den kommenden 3 Wochen eine schöne Zeit mit lieben Menschen verbringen können!
