Marokko Woche 3

In der letzten Woche in Marokko durchqueren wir wieder den Hohen Atlas und besuchen wilde Schluchten und ein wenig Kultur mit den Städten Fes und Chefchaouen ist auch noch dabei…

 

Donnerstag 9.4.2026

Heute sind wir auf uns selbst gestellt und erkunden auf eigene Faust die Dades Schlucht und die Todhra. Von Boumalne aus fahren wir zunächst die Dades Schlucht hoch und halten im unteren Teil bei einer beeindruckenden Felsformation an. Hier sehen wir Leute eine Wanderung machen und beschließen spontan auch ein wenig zu wandern. Es stellt sich heraus, das man ganz nah an diese Felsformationen herankommt und in einer Engen Schlucht wandern wir bergauf. Leider sind wir nun nicht mehr allein, denn dies ist eine Touristenattraktion. Etliche Guides bieten ihre Dienste an um geführte Touren zu machen. Wir wollen das aber nicht und kehren nach ca. 1.5h zum Parkplatz zurück. Weiter geht es die Schlucht nach oben. Links und rechts der Straße gibt es unzählige Holtes, Kaffees und Restaurants, alles in recht ordentlichen Häusern, die wir in den letzten Wochen eben gar nicht gesehen haben.
Es weht ein forscher Wind das Tal hinauf und wir immer kräftiger, je weiter wir hochfahren. An einem tollen Aussichtspunkt halten wir es trotz Sonne keine 5 Min aus und fahren weiter. Edith hat uns die Verbindungsstrasse von Dades zur Thodra Schlucht empfohlen und wir biegen da ab. Die nagelneue Straße windet sich zuerst weiter die Berge hinauf und schließlich sind wir auf 2630m angekommen. Hier sieht der Fels auch wieder schroffer aus und es gibt kaum Vegetation. Auf der anderen Seite fahren wir gemütlich wieder runter, bis wir zur Straße durch die Todhra Schlucht ankommen. Diese fahren wir nun hinunter. Je weiter wir hinabfahren, um so höher werden die Felswände links und rechts. Sogar Kletterer sehe wir in den Wänden. In dem spektakulärsten Stück ist auf der Straße Stau, weil sich Touristen und Händler gegenseitig die Strasse streitig machen. Was für ein Kontrast zu den letzten 2 Stunden, wo wir fast keinem Menschen begegnet sind!
Der Campingplatz weiter unten ist echt super und wir haben da auch ein Abendessen gebucht! Wir genießen noch die letzten Sonnenstrahlen am Nachmittag bevor die Sonne hinter den Felsen untergeht. Es wird ein unterhaltsamer Abend im Restaurant des Campingplatzes.

Freitag 10.4.2026

Da wir an einer Oase genächtigt haben, steht erst einmal eine Erkundungstour durch die dichte Vegetation an. Leider gibt es keine richtigen „Wanderwege“ und wir irren durch die Palmen, hüfen über die Bewässerungsgräben und bestaunen die Ruinen der ehemaligen Behausungen. Heute stehen 200km Strasse an, also gehen wir es ruhig an. Im nahegelegenen Ort Thingir tanken wir und versorgen uns mit Obst und Gemüse. Dann geht es durch verschiedene Täler und Dörfer in den Ausläufern des hohen Atlas. Auch eine weitere sehenswerte Schlucht mit etlichen Furten ist dabei. Als wir Pause machen wollen, entscheiden wir uns kurzerhand die Strasse zu verlassen und unter eine Baum anzuhalten, wozu haben wir ein Offroader? Bei bestem Wetter nehmen wir die 2te Hälfte unter die Räder und sind sogar als erste am verabredeten Punkt, in einem steinigen Flussbett. Leider sind wir sofort mit Kindern konfrontiert, die sich nicht abschütteln lassen. Ein Einheimischer sagt uns wir sollen lieber etwas höher stehen, das es heute Nacht regnen wird. Das alles in einem Kauderwelsch aus Französich, Englisch und Zeichensprache…egal wir haben verstanden. Heike und Ernst treffen auch ein und wir beschließen einen anderen Platz zu finden. Die anderen brauchen noch min 1h. Also suchen wir weiter…in wenig den Fluß aufwärts finden wir einen schönen Spot, aber leider ist der auch direkt am Wasser, also nicht sicher wenn der Wasserstand steigen sollte. Da die anderen immer noch nicht da sind, suchen wir weiter. Ein angeblich schönes Plätzchen ist aber noch ein Stück weg, wir fahren dennoch dort hin und finden eine Ebene direkt an einer Kante zu einem Bachbett. Jedenfalls groß genug für uns alle. Wir fahren die 10km wieder zurück und warten gemeinsam auf Uli und Edith. Gemeinsam beschließen wir, das der letzte Platz die beste Option ist und los geht’s. Unterwegs teilen wir die Location noch kurz mit den Nachzüglern und wenig später stehen wir ein einer engen Wagenburg, um den Wind einzudämmen. Leider ist es nun schon fast Dunkel und ungemütlich kühl, dennoch wollen wir alle draußen kochen und gemeinsam essen. Das gelingt zwar und ich bin wieder begeistert wie jeder auf die Schnelle beiträgt, was gerade noch da ist, aber durch den wechselnden Wind war es doch herausfordernd und an diesem Abend gehen wir durchgefroren in unsere geheizte Kabine!

Samstag 11.04.2026

ein trüber und kalter Morgen erwartet uns und wir starten Richtung Norden mit schlechter Wetterprognose. Es geht in die Berge und auf ca 2000m geht dann der Regen in Schnee über. An einem idyllischen See können wir uns bei 1 Grad Außentemperatur und einer frischen Brise gerade noch zurückhalten, um die Badesachen rauszuholen! Zu Mittag bleiben wir in einem Dorf auf dem Weg stehen und wollen etwas essen. An einem Stand wo gegrillt wird bleiben wi stehen und suchen uns Lammfleisch direkt bei dem „Schlachter“ aus. Jemand hat Mitleid und übersetzt…am Ende erhalten wir Tee, Brot und 1kg gegrilltes Lammfleisch mit nix! Aber lecker!
Weiter nördlich sind wir an einem Parkplatz in den Zedernwäldern verabredet, wo noch Berberaffen ihr Zuhause haben. Als wir dort über eine Rumpelpiste eintreffen, ist die Zufahrt durch eine Mauer versperrt. Aber es gibt etliche Buden und Zelte mit Verkaufsständen für diverses und ein Einheimischer verrät uns, dass wir seitlich durch den Wald fahren sollen, um auf den Parkplatz zu kommen. Also Untersetzung eingeschaltet und mitten durch den Zedernwald…wie viele andere auch und wir stehen auf dem Parkplatz, wo nicht nur der Parkwächter schon wartet, sondern auch die Affen, die auf essbares von den Touristen hoffen. Wir warten auf die anderen im Nieselregen und gemeinsam nehmen wir unter einer Zeltplane einen Tee um die Alternativen für die Übernachtung auf diesem Platz zu besprechen. Jeder würde sich eh nur im Auto verkriechen, also ab zum nächsten Campingplatz, der auch eine Gemeinschaftsküche hat und sogar seine Mama überzeugt, für uns zu kochen, es gibt Tajine – vegetarisch und mit Kefta (Fleischbällchen). Aufgrund unseres üppigen Fleischkonsums heute Mittag, teilen wir uns eine vegetarische Tajine. Der Tisch ist ein wenig zu klein und wir rücken dicht zusammen, damit alles passt. Fin, ein Alleinreisender Student sitzt mitten drin und staunt über die Gesprächsthemen von den „Gruftis“. Mal wieder ein lustiger gemeinsamer Abend!

Sonntag 12.04.2026

Heute geht es nach Fes, wir sind seht gespannt. Bei besser werdendem Wetter lassen wir die Berge langsam hinter uns und erreichen den Parkplatz in der Nähe der Medina kurz nach Mittag. Gemeinsam nehmen wir die Erkundung in Angriff. Als die Gassen dann zu dichten Verkaufsständen werden, wissen wir, dass wir in der Innenstadt angekommen sind. Es geht sehr langsam voran, denn immer hat jemand was entdeckt und beginnt zu feilschen. Susi findet einen Lederrucksack und nach einigem Hin und Her werden wir uns mit dem Verkäufer einig. Wir besuchen auch die alten Gerbereien, die wir von oben aus einem Aussichtspunkt bestaunen können. Es riecht nicht gerade angenehm, obwohl nur ein Bruchteil der Becken in Benutzung ist. Unvorstellbar wie das mal gerochen hat, als das alles voll in Betrieb war!
Die Zeit rinnt uns durch die Finger und irgendwann müssen wir wieder am Parkplatz sein, damit wir rechtzeitig zum Abschiedsessen starten können. Vorher noch „vorglühen“ an Michas LKW, denn die Sektflaschen zu Heidis Geburtstag sind ja nicht schlecht geworden! Dann halten dafür am Parkplatz einfach ein paar Taxis an und amüsieren uns hinterher darüber, wer wie den besten Preis herausgehandelt hat. Das libanesische Restaurant sieht sehr stylisch aus und ist eine andere Klasse. Schade dass nicht nur mein Steak nur noch lauwarm war. Wir hatten dennoch wieder einen vergnüglichen Abend, der eine würdigen Ausklang findet, wieder an Michas LKW mit den Resten von vorhin!

Montag 13.04.2026

Irgendwie sind wir in 3 Wochen nicht dazu gekommen, Uli und Edit unser Wohnmobil von innen zu Zeigen, also gibt es heute morgen noch eine Roomtour in Elfriede, bevor wie uns von den beiden verabschieden. Wir fahren Richtung Tanger und die queren wieder Richtung Marrakesch, um in ein paar Tagen die nächste Reisegruppe in Empfang zu nehmen. Auf halben Weg nach Tanger ist die „blaue“ Stadt, Chefchaouen, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Auf den Rat von Edit wählen wir eine landschaftlich schöne Strecke durch das Rif Gebirge, um dorthin zu gelangen. Leider stellt sich das aber als größere Herausforderung heraus, das die Straße nicht nur durch die Berge steil bergauf und begab geht, sondern zu großen Teilen eben auch keine Straße mehr ist, sondern gespickt von Schlaglöchern eher eine holprigen Piste gleicht. Völlig genervt von der ewigen Pistenfahrt treffen wir auf dem Campingplatz ein. Der Plan am Nachmittag noch die Stadt zu besichtigen wird verworfen und wir folgen instinktiv dem Ritual, gemeinsam zu grillen und alles auf den Tisch zu zaubern, was jeder noch so hat. Am Ende sitzen wir noch um ein Lagerfeuer, da Dieter auch eine Feuerschale mithat und deren Benutzung auf dem Campingplatz erlaubt ist!

Dienstag 14.04.2026

Die „blaue Stadt“ macht ihrem Namen alle Ehre, denn zumindest in der Innenstadt sind alle Häuser blau angemalt. Dabei sind die Blautöne entweder genau wie bei Elfriede oder ein wenig dunkler oder heller. Wir streifen durch die endlosen Gassen der Innenstadt und finden das irgendwie sympathischer als in Fees oder Marrakesch. Zum Mittagessen sitzen wir auf einer der unzähligen Dachterrassen mit Blick über die Stadt und genießen unsere Tortillas.
Auch feilschen wir wieder mit ein paar Händlern, damit wir noch ein paar nette Mitbringsel haben. Am frühen Nachmittag machen wir uns auf dem Weg hoch zum Campingplatz und machen uns langsam startklar für Tanger. Vor der Abfahrt verabschieden wir uns noch von Heike, Ernst und Oskar, die ja noch 4 Wochen länger reisen können. Auf halber Strecke wir nochmal voll getankt und auch gewaschen, was eine fast „endlose“ Angelegenheit war, am Ende aber für 10€ ein günstiges Vergnügen war! Am Hafen beginnt die elend lange Prozedur des Checkins und der Kontrollen, bis wir Stunden später endlich auf dem Schiff sind. Wir verschwinden in der Kabine und schlafen längst bevor der Kahn endlich Richtung Genua ablegt.

Mittwoch 15.04.2026

schönes Wetter erwartet uns den ganzen Tag, meist sitzen wir an Deck und lesen, schnacke mit den anderen Reisenden und unserem Team!

Donnerstag 16.04.2026
ein weiterer entspannter Tag auf der Fähre bei wenig Wind und viel Sonnenschein!

Freitag 17.04.2026

um 8Uhr legt die Fähre an, eine Stunde später treffen wir uns auf der ersten Raste, um noch einen gemeinsamen Kaffee zu trinken und dann heißt es Abschied nehmen von Freunden, die wir erst vor 20 Tagen kennengelernt haben, es fühlt sich gut und traurig zu gleich an! Ich denke wir sehen uns wieder!
Schnell sind die Kilometer in Italien bis in die Nähe von Como erledigt, dann kaufen wir in einem Supermarkt noch ein paar Sachen ein, insbesondere italienische Spezialitäten. Es geht weiter durch die Schweiz über den Bernhardino Tunnel über den Alpenhauptkamm und am frühen Nachmittag erreichen wir die Grenze zu Österreich. Immer wieder lesen wir die Schilder mit LKW Verbot zwischen Bregenz und Lindau, aber Wohnmobile sind davon ausgenommen! Wir landen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Wange im Allgäu auf einem Parkplatz, wo wir kostenlos übernachten. Die Dorfwirtschaft hat noch ein leckeres Bier und Abendessen für uns, so dass wir müde und satt in die Kissen sinken.

Samstag 18.04.2026

700km A7 und schupps sind wir zu Hause! Eine abenteuerliche Reise geht zu Ende! Der Sprit aus Marokko reicht bis nach Hause und wir haben noch 60L übrig!


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